Pressemitteilung: An­läss­lich der UN-Kli­ma­kon­fe­renz in Bonn: Bin­nen­schiff ist die Ant­wort für CO2-Re­duk­ti­on im Gü­ter­ver­kehr

An­läss­lich der UN-Kli­ma­kon­fe­renz in Bonn: Bin­nen­schiff ist die Ant­wort für CO2-Re­duk­ti­on im Gü­ter­ver­kehr

8. November 2017

Der­zeit fin­det be­kannt­lich in Bonn die Kli­ma­kon­fe­renz der Ver­ein­ten Na­tio­nen mit 25.000 Teil­neh­mern statt, um Re­ge­lun­gen zu de­fi­nie­ren, wie das im Rah­men der UN-Kli­ma­kon­fe­renz 2015 in Pa­ris be­schlos­se­ne Kli­ma­ab­kom­men durch die Un­ter­zeich­ner­staa­ten um­ge­setzt wer­den kann. Klar ist, dass auch der Gü­ter­ver­kehr ei­nen Bei­trag leis­ten muss, um den Aus­stoß von Koh­len­di­oxid (CO2), dem „Kli­ma­kil­ler Nr.1“, zu re­du­zie­ren. Al­lein in Deutsch­land wird, wie das Bun­des­amt für Gü­ter­ver­kehr (BAG) er­mit­telt hat, der Gü­ter­ver­kehr bis zum Jahr 2020 vor­aus­sicht­lich jähr­lich um 0,68 % auf 4,389 Mrd. t wach­sen. Der Bun­des­ver­band der Deut­schen Bin­nen­schiff­fahrt e.V. (BDB) stellt fest: Eine deut­li­che Ver­la­ge­rung von Gü­tern auf die Was­ser­stra­ßen ist die ef­fek­tivs­te Mög­lich­keit, um den Aus­stoß von kli­ma­schäd­li­chen Ga­sen im Trans­port­sek­tor lang­fris­tig deut­lich zu re­du­zie­ren.

Bin­nen­schif­fe sind für ei­nen zu­ver­läs­si­gen, CO2-ar­men und äu­ßerst lärm­scho­nen­den Trans­port von Gü­tern prä­de­sti­niert. Ein 110 m lan­ges Bin­nen­schiff mit 2.500 t La­dungs­men­ge er­setzt min­des­tens 100 Lkw und trägt so auch ent­schei­dend dazu bei, das Stra­ßen- und Schie­nen­netz zu ent­las­ten. Die Vor­zü­ge des „nas­sen Ver­kehrs­trä­gers“ wur­den im­mer wie­der in Stu­di­en be­legt. Das TRE­MOD-Mo­dell des Um­welt­bun­des­am­tes aus dem Jahr 2014 kommt zu dem Er­geb­nis, dass die Bin­nen­schiff­fahrt 31 Gramm Treib­haus­ga­se pro tkm und da­mit 226 % we­ni­ger als der Stra­ßen­gü­ter­ver­kehr (101 Gramm pro tkm) emit­tiert. Auch der En­er­gie­ver­brauch ist mit 0,44 Me­ga­joule pro tkm sehr nied­rig. Die Plan­co Con­sul­ting GmbH hat im Jahr 2007 in ei­nem Ver­gleich der Land­ver­kehrs­trä­ger au­ßer­dem her­aus­ge­ar­bei­tet, dass die Bin­nen­schiff­fahrt auch im Hin­blick auf lärm­scho­nen­den Trans­port mit 0,0 Cent Lärm­kos­ten je tkm ab­so­lut vor­bild­lich ist. Auch eine ru­hi­ge Um­ge­bung ist wich­ti­ger Be­stand­teil ei­nes le­bens­wer­ten Kli­mas.

Nö­tig ist eine zü­gi­ge Um­set­zung der Vor­ga­ben des Was­ser­stra­ßen­aus­bau­ge­set­zes zur Schaf­fung ei­ner so­li­den Was­ser­stra­ßen­in­fra­struk­tur und die Si­che­rung und Wei­ter­ent­wick­lung be­stehen­der Ha­fen­area­le und de­ren ha­fen­af­fi­nen Nut­zun­gen so­wie der Ver­kehrs­an­bin­dun­gen von und zu den Hä­fen. Durch eine sinn­vol­le Ein­bin­dung der Bin­nen­schiff­fahrt in in­ter­mo­da­le Trans­port­ket­ten zur in­tel­li­gen­ten Ver­net­zung mit an­de­ren Ver­kehrs­trä­gern er­öff­nen sich zu­sätz­li­che Po­ten­zia­le, die es zu nut­zen gilt.

Das deut­sche Was­ser­stra­ßen­netz hat eine Län­ge von ins­ge­samt knapp 7.500 km, wo­von ca. 6.500 km für die Bin­nen­schiff­fahrt, die im Jahr 2016 eine Ton­na­ge von 221,4 Mio. t bzw. eine Ver­kehrs­leis­tung von 54,3 Mrd. tkm be­wäl­tigt hat, re­le­vant sind. Sie ver­fügt als ein­zi­ger Land­ver­kehrs­trä­ger noch über Ka­pa­zi­täts­re­ser­ven, um deut­lich mehr Gü­ter­men­gen über­neh­men zu kön­nen. Da­her for­dert der BDB von der Po­li­tik, die an­ge­streb­te Ver­kehrs­ver­la­ge­rung auf das Was­ser kon­se­quent vor­an­zu­trei­ben un­se­rem Kli­ma zu­lie­be!


Bild­un­ter­schrift:

Die Bin­nen­schiff­fahrt ist die kli­ma­scho­nen­de Al­ter­na­ti­ve im Gü­ter­ver­kehr.

 

Über den BDB e.V.:

Der 1974 ge­grün­de­te Bun­des­ver­band der Deut­schen Bin­nen­schiff­fahrt e.V. (BDB) ver­tritt die ge­mein­sa­men ge­werb­li­chen In­ter­es­sen der Un­ter­neh­mer in der Gü­ter- so­wie der Fahr­gast­schiff­fahrt ge­gen­über Po­li­tik, Ver­wal­tung und sons­ti­gen In­sti­tu­tio­nen. Mit­glie­der des BDB sind des­halb Par­ti­ku­lie­re, Ree­de­rei­en und Ge­nos­sen­schaf­ten. Auch För­der­mit­glie­der un­ter­stüt­zen die Ar­beit des BDB. Der Ver­band mit Sitz in Duis­burg und Re­prä­sen­tanz in Ber­lin be­zieht Stel­lung zu ver­kehrs­po­li­ti­schen Fra­gen und bringt sich ak­tiv in die Ge­stal­tung der wirt­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen ein. Seit der Fu­si­on mit dem Ar­beit­ge­ber­ver­band (AdB) im Jahr 2013 ver­tritt der BDB auch die Be­lan­ge der Ver­bands­mit­glie­der in ar­beits-, ta­rif- und so­zi­al­recht­li­chen so­wie per­so­nal-, so­zi­al- und bil­dungs­po­li­ti­schen An­ge­le­gen­hei­ten und ist Ta­rif­ver­trags­part­ner der Ge­werk­schaft Ver­di. Der BDB be­treibt das in Duis­burg vor An­ker lie­gen­de Schul­schiff „Rhein“ – eine eu­ro­pa­weit ein­zig­ar­ti­ge Aus-, Fort- und Wei­ter­bil­dungs­ein­rich­tung für das Bin­nen­schiff­fahrts­ge­wer­be.