Pressemitteilung: BDB in­for­miert: Der­zeit Ein­schrän­kun­gen der Bin­nen­schiff­fahrt durch Hoch­was­ser an zahl­rei­chen deut­schen Flüs­sen

BDB in­for­miert: Der­zeit Ein­schrän­kun­gen der Bin­nen­schiff­fahrt durch Hoch­was­ser an zahl­rei­chen deut­schen Flüs­sen

5. Januar 2018

Be­reits seit ei­ni­gen Ta­gen sind auf­grund lang an­hal­ten­der Re­gen­fäl­le stark an­stei­gen­de Pe­gel an zahl­rei­chen frei flie­ßen­den und stau­ge­re­gel­ten deut­schen Flüs­sen zu be­ob­ach­ten, dar­un­ter auch an für die ge­werb­li­che Bin­nen­schiff­fahrt re­le­van­ten Was­ser­stra­ßen. Hin­zu tritt der­zeit die Schnee­schmel­ze, die be­reits zur Über­schrei­tung der an den ein­zel­nen Pe­geln de­fi­nier­ten Hoch­was­ser­mar­ken ge­führt hat oder in den nächs­ten Ta­gen füh­ren wird.

Hier­zu teilt der Bun­des­ver­band der Deut­schen Bin­nen­schiff­fahrt e.V. (BDB) mit:

Der­ar­ti­ge Hoch­was­ser­si­tua­tio­nen sind um die­se Jah­res­zeit grund­sätz­lich nicht un­ge­wöhn­lich. In der Ver­gan­gen­heit sprach man im Ge­wer­be im­mer vom so ge­nann­ten „Ad­vents­hoch­was­ser“. So­wohl die Schiff­fahrt als auch ihre Kun­den sind des­we­gen dar­auf vor­be­rei­tet. Ent­we­der er­folg­te im Vor­feld eine Ver­sor­gung mit Mehr­men­gen oder die Kun­den wer­den nach Ab­flie­ßen des Hoch­was­sers wie­der re­gu­lär be­dient. Mit Trans­port­ver­la­ge­run­gen auf die Stra­ße oder die Bahn muss des­halb bei zu er­war­ten­den kurz­fris­ti­gen Sper­run­gen für die Schiff­fahrt nicht ge­rech­net wer­den. Im Con­tai­ner­trans­port im Hin­ter­land­ver­kehr der See­hä­fen kann es zu Ver­zö­ge­run­gen kom­men. Gra­vie­ren­de wirt­schaft­li­che Be­ein­träch­ti­gun­gen der Bran­che sind zum ge­gen­wär­ti­gen Zeit­punkt nicht zu er­war­ten.

Der BDB stellt In­for­ma­tio­nen zur ak­tu­el­len Lage in den ein­zel­nen Fahrt­ge­bie­ten be­reit.

Rhein:

Ent­lang des Rheins und sei­ner Ne­ben­flüs­se wer­den der­zeit die Über­schrei­tun­gen der re­le­van­ten Hoch­was­ser­mar­ken meh­re­rer Pe­gel, dar­un­ter Mainz, Kaub und Köln, vor­her­ge­sagt, so dass in Kür­ze mit ei­ner Ein­stel­lung der Schiff­fahrt – wie be­reits heu­te u.a. am Ober­rhein (Ma­xau) – zu rech­nen ist. Grün­de hier­für lie­gen im Zu­sam­men­tref­fen ver­stärk­ter Nie­der­schlä­ge und Tau­wet­ter im Süd­wes­ten Deutsch­lands so­wie der Schweiz. Die er­höh­ten Ab­fluss­men­gen füh­ren zu ei­ner „Wel­len­bil­dung“ die von Ober­rhein und den Ne­ben­flüs­sen kom­mend die Was­ser­stän­de kurz­fris­tig an­stei­gen lässt. Nach­las­sen­de Nie­der­schlä­ge und zu­rück­ge­hen­de Tem­pe­ra­tu­ren soll­ten zu ei­ner Ent­span­nung der Lage im Ver­lauf der nächs­ten Wo­chen füh­ren.

Mo­sel, Saar und Ne­ckar:

Die Ne­ben­flüs­se des Rheins sind eben­falls von den ho­hen Was­ser­stän­den be­trof­fen. So ist auf der Mo­sel, der Saar und Tei­len des Ne­ckars die Schiff­fahrt der­zeit ein­ge­stellt. Auf dem Ne­ckar fin­den der­zeit le­dig­lich in der che­mi­schen Groß­in­dus­trie in Heil­bronn Ver­kehrs­ver­la­ge­run­gen auf den LKW statt, da die­se un­ab­hän­gig vom Hoch­was­ser be­lie­fert wer­den muss. In den an­de­ren re­le­van­ten Gü­ter­grup­pen auf dem Ne­ckar (Bau­stof­fe, Koh­le, Schrott) ist die­ser Ef­fekt bis­her nicht in grö­ße­rem Aus­maß fest­zu­stel­len. Am Ne­ckar wird mit ei­ner Wie­der­auf­nah­me der Schiff­fahrt in der ers­ten Hälf­te der drit­ten Ka­len­der­wo­che ge­rech­net.

We­ser:

Die Mit­tel­we­ser ist der­zeit auf­grund der Über­schrei­tung der re­le­van­ten Hoch­was­ser­mar­ken an zahl­rei­chen Pe­geln für die Schiff­fahrt ge­sperrt. Des­halb fin­den dort kei­ne Durch­gangs- oder Orts­ver­keh­re mehr statt. Mit ei­ner Ent­span­nung der Si­tua­ti­on ist in den nächs­ten Ta­gen zu rech­nen.

West­deut­sches Ka­nal­ge­biet:

Na­tur­ge­mäß hal­ten sich die Aus­wir­kun­gen von Hoch­was­ser in den Ka­nä­len in Gren­zen. Zu Be­ein­träch­ti­gun­gen kann es aber im Wech­sel­ver­kehr mit dem Rhein und an­de­ren Ne­ben­flüs­sen kom­men.

Main/ Do­nau:

Tei­le des obe­ren Mains sind der­zeit nicht mehr schiff­bar. Auf­grund des vor­erst zu er­war­ten­den wei­te­ren Was­ser­an­stiegs ist da­von aus­zu­ge­hen, dass die Sper­rung der Schiff­fahrt auf wei­te­re Tei­le des Flus­ses aus­ge­wei­tet wird. Auch auf Tei­len der deut­schen Do­nau wur­de die Schiff­fahrt mitt­ler­wei­le ein­ge­stellt. Die dort an­säs­si­gen Un­ter­neh­men be­ob­ach­ten die Lage, um die Be­rech­nung des Schei­tel­punk­tes des Hoch­was­sers vor­neh­men zu kön­nen. Ver­la­ge­rungs­ef­fek­te sind bei den Gü­ter­strö­men bei ei­ner Sper­rung von we­ni­gen Ta­gen auch hier nicht zu er­war­ten.

Elbe:

Auf der Elbe be­steht hin­ge­gen kei­ne Hoch­was­ser­ge­fahr. Be­trof­fen ist le­dig­lich die Ver­la­dung in Rich­tung Rhein­ge­biet. Es wird da­mit ge­rech­net, dass sich die Wet­ter­si­tua­ti­on kurz­fris­tig wie­der ent­spannt und die Trans­por­te zum Rhein ab Mit­te der 3. Ka­len­der­wo­che wie­der auf­ge­nom­men wer­den kön­nen.

 

 

Über den BDB e.V.:

Der 1974 ge­grün­de­te Bun­des­ver­band der Deut­schen Bin­nen­schiff­fahrt e.V. (BDB) ver­tritt die ge­mein­sa­men ge­werb­li­chen In­ter­es­sen der Un­ter­neh­mer in der Gü­ter- so­wie der Fahr­gast­schiff­fahrt ge­gen­über Po­li­tik, Ver­wal­tung und sons­ti­gen In­sti­tu­tio­nen. Mit­glie­der des BDB sind des­halb Par­ti­ku­lie­re, Ree­de­rei­en und Ge­nos­sen­schaf­ten. Auch För­der­mit­glie­der un­ter­stüt­zen die Ar­beit des BDB. Der Ver­band mit Sitz in Duis­burg und Re­prä­sen­tanz in Ber­lin be­zieht Stel­lung zu ver­kehrs­po­li­ti­schen Fra­gen und bringt sich ak­tiv in die Ge­stal­tung der wirt­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen ein. Seit der Fu­si­on mit dem Ar­beit­ge­ber­ver­band (AdB) im Jahr 2013 ver­tritt der BDB auch die Be­lan­ge der Ver­bands­mit­glie­der in ar­beits-, ta­rif- und so­zi­al­recht­li­chen so­wie per­so­nal-, so­zi­al- und bil­dungs­po­li­ti­schen An­ge­le­gen­hei­ten und ist Ta­rif­ver­trags­part­ner der Ge­werk­schaft Ver­di. Der BDB be­treibt das in Duis­burg vor An­ker lie­gen­de Schul­schiff „Rhein“ – eine eu­ro­pa­weit ein­zig­ar­ti­ge Aus-, Fort- und Wei­ter­bil­dungs­ein­rich­tung für das Bin­nen­schiff­fahrts­ge­wer­be.