Pressemitteilung: Stu­die zu Ver­la­ge­rungs­po­ten­zia­len im Gü­ter­ver­kehr - Bin­nen­schiff­fahrt mit gu­ter Wachs­tums­per­spek­ti­ve im Rhein­kor­ri­dor

Stu­die zu Ver­la­ge­rungs­po­ten­zia­len im Gü­ter­ver­kehr - Bin­nen­schiff­fahrt mit gu­ter Wachs­tums­per­spek­ti­ve im Rhein­kor­ri­dor

17. Oktober 2017

Im Auf­trag des Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­ums ha­ben das Stein­beis-In­no­va­ti­ons­zen­trum Lo­gis­tik und Nach­hal­tig­keit und SSP Con­sult eine um­fas­sen­de Stu­die zu Ver­la­ge­rungs­po­ten­zia­len auf die Bin­nen­schiff­fahrt im Rhein­kor­ri­dor ver­öf­fent­licht. Die Pro­gno­sen für den „nas­sen Ver­kehrs­trä­ger“ sind da­bei durch­aus er­freu­lich. Im Ver­gleich mit dem Be­zugs­jahr 2010 geht der Be­richt näm­lich da­von aus, dass der Gü­ter­ver­kehr mit Bin­nen­schif­fen im Rhein­kor­ri­dor bis zum Jahr 2030 deut­lich wächst. Dort wird be­zo­gen auf die Ton­na­ge ein Plus von 22 % auf ins­ge­samt knapp 211,1 Mio. t be­för­der­ter Gü­ter, hin­sicht­lich der Ver­kehrs­leis­tung ein Zu­wachs um 23 % auf 55,71 Mrd. tkm er­war­tet.

„Die Pro­gno­sen ver­deut­li­chen, welch ge­wich­ti­ge Rol­le die Bin­nen­schiff­fahrt auf dem Rhein und im west­deut­schen Ka­nal­netz, ge­ra­de auch im Hin­ter­land­ver­kehr der West­see­hä­fen, spielt. Dies sind kla­re In­di­ka­to­ren da­für, dass das Bin­nen­schiff ein zu­ver­läs­si­ger und wich­ti­ger Part­ner der im Rhein­kor­ri­dor an­säs­si­gen Un­ter­neh­men ist und auch künf­tig blei­ben wird“, so Mar­tin Staats (MSG), Prä­si­dent des Bun­des­ver­ban­des der Deut­schen Bin­nen­schiff­fahrt e.V. (BDB).

Tra­di­tio­nell ist die Bin­nen­schiff­fahrt im Wes­ten Deutsch­lands be­son­ders stark. Un­ter­su­chun­gen be­le­gen, dass im Rhein­kor­ri­dor in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ein kon­stant ho­her Mo­dal Split von 16 - 18 % ver­zeich­net wer­den kann. Die­ser liegt da­mit deut­lich über dem Gü­ter­an­teil, der bun­des­weit auf die Was­ser­stra­ßen ent­fällt.

Der Be­richt spricht kon­kre­te Hand­lungs­emp­feh­lun­gen aus, wie über die o.g. Pro­gno­sen hin­aus bis zum Jahr 2030 wei­te­re Ver­la­ge­rungs­po­ten­zia­le auf das Was­ser rea­li­siert wer­den kön­nen. Als be­son­ders prio­ri­tär wer­den hier­bei u.a. an­ge­se­hen:

  • die Si­che­rung und Wei­ter­ent­wick­lung der Was­ser­stra­ße Rhein, be­stehen­der Ha­fen­area­le und de­ren ha­fen­af­fi­nen Nut­zun­gen so­wie der Ver­kehrs­an­bin­dun­gen von und zu den Hä­fen (Maß­nah­men­grup­pe „In­fra- und Sup­ra­struk­tur“),
  • eine Di­gi­ta­li­sie­rungs­of­fen­si­ve für die Bin­nen­schiff­fahrt mit dem Schwer­punkt auf ei­nem ver­bes­ser­ten Da­ten- und In­for­ma­ti­ons­aus­tausch (Maß­nah­men­grup­pe „Di­gi­ta­li­sie­rung und IT-Ma­nage­ment“), und
  • eine Ver­la­ge­rung von Ver­keh­ren auf die Was­ser­stra­ße, ins­be­son­de­re im Zuge ei­ner ver­stärk­ten Nut­zung der Bin­nen­schiff­fahrt und Ver­net­zung mit der Schie­ne (Maß­nah­men­grup­pe „In­ter­mo­da­le Ver­net­zung“).

Die kon­se­quen­te Um­set­zung die­ser Hand­lungs­emp­feh­lun­gen ist drin­gend ge­bo­ten, da sich die Bin­nen­schiff­fahrt auch im Rhein­kor­ri­dor künf­tig ei­nem ver­stärk­ten Wett­be­werb mit den an­de­ren Land­ver­kehrs­trä­gern stel­len muss. So be­schei­nigt die Stu­die der Gü­ter­bahn und dem Stra­ßen­gü­ter­ver­kehr bis 2030 Ton­na­ge­zu­wäch­se von 30 % (auf 176,6 Mio. t) bzw. 33 % (auf 898,35 Mio. t).

„Die auf­ge­zeig­ten Maß­nah­men be­stä­ti­gen uns dar­in, dass der BDB mit sei­nen For­de­run­gen nach ei­ner so­li­de aus­ge­bau­ten Was­ser­stra­ßen­in­fra­struk­tur, ei­ner bes­se­ren Ein­bin­dung des Bin­nen­schiffs in in­ter­mo­da­le Ket­ten, schnel­lem In­ter­net ent­lang der Was­ser­we­ge und bes­se­rer di­gi­ta­ler Ver­net­zung hin zu ei­ner ‚Bin­nen­schiff­fahrt 4.0‘ an den rich­ti­gen Stel­len an­ge­setzt hat“, so Mar­tin Staats.

Be­son­ders vor­dring­lich sei nun, dass die im Was­ser­stra­ßen­aus­bau­ge­setz ver­an­ker­ten Maß­nah­men im Rhein­kor­ri­dor wie die Fahr­rin­nen­ver­tie­fun­gen am Rhein und die Aus­bau­maß­nah­men im west­deut­schen Ka­nal­ge­biet zü­gig um­ge­setzt wer­den, um die noch un­ge­nutz­ten Po­ten­zia­le der Was­ser­stra­ße im Rhein­ge­biet end­lich voll aus­schöp­fen und die ge­ra­de in die­sem Be­reich der Re­pu­blik be­son­ders über­las­te­te Stra­ßen- und Schie­nen­in­fra­struk­tur ent­las­ten zu kön­nen, be­tont der BDB-Prä­si­dent.

Die kom­plet­te Stu­die zu den Ver­la­ge­rungs­po­ten­zia­len im Rhein­kor­ri­dor kann über die BDB-Ge­schäfts­stel­le be­zo­gen wer­den.

 

Über den BDB e.V.:

Der 1974 ge­grün­de­te Bun­des­ver­band der Deut­schen Bin­nen­schiff­fahrt e.V. (BDB) ver­tritt die ge­mein­sa­men ge­werb­li­chen In­ter­es­sen der Un­ter­neh­mer in der Gü­ter- so­wie der Fahr­gast­schiff­fahrt ge­gen­über Po­li­tik, Ver­wal­tung und sons­ti­gen In­sti­tu­tio­nen. Mit­glie­der des BDB sind des­halb Par­ti­ku­lie­re, Ree­de­rei­en und Ge­nos­sen­schaf­ten. Auch För­der­mit­glie­der un­ter­stüt­zen die Ar­beit des BDB. Der Ver­band mit Sitz in Duis­burg und Re­prä­sen­tanz in Ber­lin be­zieht Stel­lung zu ver­kehrs­po­li­ti­schen Fra­gen und bringt sich ak­tiv in die Ge­stal­tung der wirt­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen ein. Seit der Fu­si­on mit dem Ar­beit­ge­ber­ver­band (AdB) im Jahr 2013 ver­tritt der BDB auch die Be­lan­ge der Ver­bands­mit­glie­der in ar­beits-, ta­rif- und so­zi­al­recht­li­chen so­wie per­so­nal-, so­zi­al- und bil­dungs­po­li­ti­schen An­ge­le­gen­hei­ten und ist Ta­rif­ver­trags­part­ner der Ge­werk­schaft Ver­di. Der BDB be­treibt das in Duis­burg vor An­ker lie­gen­de Schul­schiff „Rhein“ – eine eu­ro­pa­weit ein­zig­ar­ti­ge Aus-, Fort- und Wei­ter­bil­dungs­ein­rich­tung für das Bin­nen­schiff­fahrts­ge­wer­be.