Pressemitteilung: BDB be­grüßt In­itia­ti­ve für ei­nen Neu­start in der Ver­kehrs­po­li­tik in NRW und wird Mit­glied im neu­en „Bünd­nis für Mo­bi­li­tät“ - NRW soll­te Vor­rei­ter­rol­le für eine star­ke Bin­nen­schiff­fahrt und für mehr Gü­ter auf dem Was­ser über­neh­men!

BDB be­grüßt In­itia­ti­ve für ei­nen Neu­start in der Ver­kehrs­po­li­tik in NRW und wird Mit­glied im neu­en „Bünd­nis für Mo­bi­li­tät“ - NRW soll­te Vor­rei­ter­rol­le für eine star­ke Bin­nen­schiff­fahrt und für mehr Gü­ter auf dem Was­ser über­neh­men!

22. Februar 2018

NRW ist be­reits heu­te das „Bin­nen­schiff­fahrts­land Nr. 1“ in Deutsch­land: In kei­nem an­de­ren Bun­des­land wer­den so vie­le Gü­ter über die Flüs­se und Ka­nä­le trans­por­tiert. Der gut aus­ge­bau­te Rhein er­mög­licht da­bei ein ho­hes Trans­port­vo­lu­men im Hin­ter­land­ver­kehr der west­li­chen See­hä­fen. Hier­von pro­fi­tie­ren die Bin­nen­hä­fen in NRW eben­so wie die Wirt­schafts­zen­tren und In­dus­trie­stand­or­te, die längs der Flüs­se und Ka­nä­le an­ge­sie­delt sind. Die Bin­nen­schiff­fahrt stellt des­halb nach­weis­lich ei­nen un­ver­zicht­ba­ren Bau­stein in der Lo­gis­tik dar, die sich her­vor­ra­gend in tri­mo­da­le Ver­kehrs­ket­ten in­te­grie­ren lässt.

Auf die­se Zu­sam­men­hän­ge hat Ro­ber­to Spran­zi (DTG, Duis­burg), Vi­ze­prä­si­dent im Bun­des­ver­band der Deut­schen Bin­nen­schiff­fahrt e.V. (BDB), am 21. Fe­bru­ar 2018 im Rah­men ei­ner Ex­per­ten­an­hö­rung vor dem Ver­kehrs­aus­schuss des Land­ta­ges NRW hin­ge­wie­sen. Be­han­delt wur­de dort der An­trag der Frak­tio­nen von CDU und FDP, der ei­nen „Neu­start der Ver­kehrs­po­li­tik“ zum Ge­gen­stand hat.

Mit über 102.000 ge­zähl­ten Schif­fen wur­den im Jahr 2016 rund 150 Mio. Ton­nen Gü­ter am deutsch-nie­der­län­di­schen Grenz­über­gang auf dem Rhein re­gis­triert. Mit 40,3 Mio. t Gü­tern p.a. ist das west­deut­sche Ka­nal­ge­biet nach dem Rhein das ton­na­ge­stärks­te Was­ser­stra­ßen­ge­biet im Bund. In NRW be­fin­den sich mit dem Ha­fen Duis­burg und dem Ha­fen­ver­bund Rhein­Car­go die Ha­fen­stand­or­te mit dem höchs­ten was­ser­sei­ti­gen Gü­ter­um­schlag im ge­sam­ten Bun­des­ge­biet. „Die Hä­fen sind schon jetzt Job­mo­to­ren und Dreh­schei­ben des Lo­gis­tik- und Trans­port­we­sens. Sie sind deut­lich er­kenn­bar ein sehr wich­ti­ger Teil der Wert­schöp­fungs­ket­te in die­sem Land. Auch aus die­sem Grund ist es rich­tig und sinn­voll, dass die Lan­des­re­gie­rung ein be­son­de­res Au­gen­merk auf die Ver­kehrs­in­fra­struk­tur rich­tet. Was­ser­stra­ßen- und Ha­fen­kon­zep­te müs­sen mit Le­ben ge­füllt wer­den“, er­klär­te Ro­ber­to Spran­zi den Mit­glie­dern des Ver­kehrs­aus­schus­ses in Düs­sel­dorf.

„Wir er­war­ten, dass das Land NRW sei­ne Stra­te­gi­en zur Be­wäl­ti­gung des Gü­ter­ver­kehrs ent­spre­chend auf das Sys­tem Was­ser­stra­ße aus­rich­tet. Gut­ach­ten be­le­gen, dass noch deut­lich mehr Gü­ter auf dem Was­ser trans­por­tiert wer­den kön­nen, wenn die in­fra­struk­tu­rel­len Vor­aus­set­zun­gen stim­men. Hier­für ist es wich­tig, dass das Land sei­ne Stim­me in Ber­lin er­hebt, in der Ver­kehrs­po­li­tik des Bun­des mit­spricht und sich für ei­nen „Mas­ter­plan Bin­nen­schiff­fahrt“ ein­setzt. Wei­ter müs­sen wich­ti­ge Maß­nah­men des Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plans, wie etwa die Fahr­rin­nen­ver­tie­fung des Rheins und die Aus­bau­maß­nah­men am We­sel-Dat­teln-Ka­nal, am Dort­mund-Ems-Ka­nal und am Dat­teln-Hamm-Ka­nal nun so schnell wie mög­lich in An­griff ge­nom­men wer­den!“, lau­tet die For­de­rung des Ver­ban­des. Min­des­tens eben­so wich­tig sei­en al­ler­dings die Er­hal­tungs­maß­nah­men im Be­stand. „Die Be­sei­ti­gung der über­al­ter­ten und für heu­ti­ge Bin­nen­schif­fe zu schwach di­men­sio­nier­ten Ni­schen­pol­ler in der gro­ßen Schleu­se am We­sel-Dat­teln-Ka­nal, wo 18 Mio. Ton­nen Gü­ter p.a. ge­schleust wer­den, sind ein pro­mi­nen­tes Bei­spiel für die ma­ro­de In­fra­struk­tur an den Was­ser­stra­ßen. Hier ent­steht ein re­gel­rech­tes Na­del­öhr für die Schiff­fahrt und für die Groß­in­dus­trie im Land“, so Spran­zi wei­ter.

Die Bin­nen­schiff­fahrt ist nach wie vor der Ver­kehrs­trä­ger mit den ge­rings­ten CO2-Emis­sio­nen und des­halb für ei­nen kli­ma­freund­li­chen Gü­ter­trans­port ge­ra­de­zu prä­de­sti­niert. Es gibt aber noch er­heb­li­ches In­no­va­ti­ons­po­ten­zi­al, in der Bin­nen­schiff­fahrt, das un­be­dingt ge­nutzt wer­den soll­te. Zu nen­nen sind etwa Maß­nah­men für Schiffs­an­trie­be und in­no­va­ti­ve An­triebs- und Schiffs­kon­zep­te, so­wie As­sis­tenz­sys­te­me an Bord, die durch­aus Über­le­gun­gen in Rich­tung ei­nes au­to­no­men oder teil­au­to­no­men Fah­rens von Bin­nen­schif­fen zu­las­sen. Glei­ches gilt für neue Ver­kehrs­leit­sys­te­me und Schiffs­füh­rungs­si­mu­la­tio­nen. „NRW ver­fügt mit der Schiff­bau­ver­suchs­an­stalt DST mit Sitz in Duis­burg über ein hoch kom­pe­ten­tes For­schungs­zen­trum. Wir re­gen an, dass die Lan­des­re­gie­rung die­se For­schungs­ein­rich­tung in­ten­siv un­ter­stützt und da­mit die Vor­rei­ter­rol­le Nord­rhein-West­fa­lens für In­no­va­tio­nen in der Bin­nen­schiff­fahrt wei­ter un­ter­mau­ert“, er­klär­te Ro­ber­to Spran­zi den Mit­glie­dern des Ver­kehrs­aus­schus­ses.

NRW-Ver­kehrs­mi­nis­ter Hen­drik Wüst (CDU) hat am 19. Fe­bru­ar 2018 in Düs­sel­dorf den of­fi­zi­el­len Start­schuss für das neue „Bünd­nis für Mo­bi­li­tät“ ge­ge­ben. Auch hier steht die Mo­bi­li­tät von Gü­tern im Fo­kus, die ein zen­tra­ler Fak­tor für wirt­schaft­li­chen Er­folg und Wachs­tum im Land ist. Der BDB be­tei­ligt sich, ver­tre­ten durch Vi­ze­prä­si­dent Ro­ber­to Spran­zi, ak­tiv an die­sem Bünd­nis, das ne­ben ei­ner be­darfs­ge­rech­ten In­fra­struk­tur auch die ver­bes­ser­te Ak­zep­tanz von In­fra­struk­tur­pro­jek­ten in der Be­völ­ke­rung zum Ge­gen­stand hat.

 

 

Über den BDB e.V.:

Der 1974 ge­grün­de­te Bun­des­ver­band der Deut­schen Bin­nen­schiff­fahrt e.V. (BDB) ver­tritt die ge­mein­sa­men ge­werb­li­chen In­ter­es­sen der Un­ter­neh­mer in der Gü­ter- so­wie der Fahr­gast­schiff­fahrt ge­gen­über Po­li­tik, Ver­wal­tung und sons­ti­gen In­sti­tu­tio­nen. Mit­glie­der des BDB sind des­halb Par­ti­ku­lie­re, Ree­de­rei­en und Ge­nos­sen­schaf­ten. Auch För­der­mit­glie­der un­ter­stüt­zen die Ar­beit des BDB. Der Ver­band mit Sitz in Duis­burg und Re­prä­sen­tanz in Ber­lin be­zieht Stel­lung zu ver­kehrs­po­li­ti­schen Fra­gen und bringt sich ak­tiv in die Ge­stal­tung der wirt­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen ein. Seit der Fu­si­on mit dem Ar­beit­ge­ber­ver­band (AdB) im Jahr 2013 ver­tritt der BDB auch die Be­lan­ge der Ver­bands­mit­glie­der in ar­beits-, ta­rif- und so­zi­al­recht­li­chen so­wie per­so­nal-, so­zi­al- und bil­dungs­po­li­ti­schen An­ge­le­gen­hei­ten und ist Ta­rif­ver­trags­part­ner der Ge­werk­schaft Ver­di. Der BDB be­treibt das in Duis­burg vor An­ker lie­gen­de Schul­schiff „Rhein“ – eine eu­ro­pa­weit ein­zig­ar­ti­ge Aus-, Fort- und Wei­ter­bil­dungs­ein­rich­tung für das Bin­nen­schiff­fahrts­ge­wer­be.

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