Pressemitteilung: BDB in­for­miert über Nied­rig­was­ser - Fal­len­de Pe­gel be­hin­dern die Schiff­fahrt, die Ver­sor­gung der Kund­schaft ist aber nicht ge­fähr­det

BDB in­for­miert über Nied­rig­was­ser - Fal­len­de Pe­gel be­hin­dern die Schiff­fahrt, die Ver­sor­gung der Kund­schaft ist aber nicht ge­fähr­det

31. Juli 2018

Be­reits seit meh­re­ren Wo­chen sind in gro­ßen Tei­len des deut­schen Was­ser­stra­ßen­net­zes sin­ken­de Was­ser­stän­de zu be­ob­ach­ten. Der Bun­des­ver­band der Deut­schen Bin­nen­schiff­fahrt e.V. (BDB) nimmt dies zum An­lass, ak­tu­ell über die Aus­wir­kun­gen des Nied­rig­was­sers auf die Bin­nen­schiff­fahrt zu in­for­mie­ren.

Na­he­zu je­des Jahr kommt es in den Som­mer­mo­na­ten auf­grund feh­len­der Nie­der­schlä­ge zu sin­ken­den Pe­gel­stän­den an den Flüs­sen und Ka­nä­len in Deutsch­land. In­so­fern stellt die mo­men­ta­ne Si­tua­ti­on grund­sätz­lich kein un­ge­wöhn­li­ches Er­eig­nis dar, zu­mal die Was­ser­stän­de sich er­fah­rungs­ge­mäß bei ein­set­zen­dem, er­gie­bi­gem Nie­der­schlag auch in­ner­halb we­ni­ger Tage wie­der nor­ma­li­sie­ren. Der feh­len­de Re­gen und die wei­ter fal­len­den Was­ser­stän­de be­rei­ten der Bin­nen­schiff­fahrt zur­zeit al­ler­dings er­heb­li­chen Mehr­auf­wand.

Die nied­ri­gen Was­ser­stän­de füh­ren dazu, dass die Schif­fe nicht ma­xi­mal be­la­den wer­den kön­nen, da sie sonst zu viel Tief­gang ha­ben. Grund­be­rüh­run­gen oder Fest­fah­run­gen wä­ren die Fol­ge. In vie­len Re­gio­nen fah­ren des­halb zur­zeit Schif­fe mit deut­lich we­ni­ger La­dung als sonst üb­lich. Auch am Rhein – die mit Ab­stand wich­tigs­te Was­ser­stra­ße im Bun­des­ge­biet – kön­nen Bin­nen­schif­fe je nach Fahrt­stre­cke teil­wei­se nur noch die Hälf­te oder noch we­ni­ger der nor­ma­len La­dung trans­por­tie­ren. Das er­for­dert er­heb­li­chen Mehr­auf­wand im Bin­nen­schiff­fahrts­ge­wer­be. La­dungs­par­ti­en, die üb­li­cher­wei­se mit ei­ner Fahrt trans­por­tiert wer­den, müs­sen zum Bei­spiel auf meh­re­re Schif­fe auf­ge­teilt wer­den. In vie­len Fahrt­ge­bie­ten ist es des­halb üb­lich, dass die Kun­den den Bin­nen­schif­fern ab ei­nem be­stimm­ten Pe­gel­re­fe­renz­wert den sog. Klein­was­ser­zu­schlag als Kom­pen­sa­ti­on zah­len.

„Ent­war­nung“ kann der­zeit für die Ver­sor­gung der In­dus­trie ge­ge­ben wer­den: Im Dia­log mit ih­ren Kun­den kön­nen die Bin­nen­schif­fer Lö­sun­gen fin­den, da­mit der Trans­port­auf­trag durch­ge­führt wird und sprich­wört­lich kei­ne Ton­ne Fracht lie­gen bleibt. So be­steht etwa die Mög­lich­keit, die La­dung auf meh­re­re Schif­fe zu ver­tei­len oder ei­nen spä­te­ren Lie­fer­ter­min zu ver­ein­ba­ren. Bei der Fin­dung der ef­fek­tivs­ten in­di­vi­du­el­len Lö­sun­gen sind die Pe­gel­vor­her­sa­gen der Was­ser­stra­ßen- und Schiff­fahrts­ver­wal­tung (WSV) hilf­rei­che In­stru­men­te. Die bun­des­wei­ten Pe­gel­stän­de kön­nen ta­ges­ak­tu­ell im In­ter­net auf der Web­site der WSV un­ter http://www.pegelonline.wsv.de/gast/start ab­ge­ru­fen wer­den.

Von Nied­rig­was­ser sind der­zeit ins­be­son­de­re frei flie­ßen­de Flüs­se wie etwa der Rhein, die Do­nau, die Elbe und die Oder be­trof­fen. Auf stau­ge­re­gel­ten Flüs­sen wie Mo­sel, Ne­ckar und Main so­wie im west­deut­schen Ka­nal­ge­biet und auf wei­te­ren Ka­nä­len sind die Aus­wir­kun­gen zur­zeit noch ge­rin­ger, da dort das Was­ser­ab­fluss­ver­hal­ten ein an­de­res ist. Mit wel­cher Aus­las­tung Bin­nen­schif­fe zur­zeit im Bun­des­ge­biet noch fah­ren kön­nen, lässt sich nicht pau­schal be­ant­wor­ten. Dies ist von ver­schie­de­nen in­di­vi­du­el­len Fak­to­ren wie der Art der La­dung, dem Schiffs­typ und nicht zu­letzt der im ent­spre­chen­den Fahrt­ge­biet zur Ver­fü­gung ste­hen­den Fahr­rin­ne ab­hän­gig. Aus­künf­te zu den Fahr­was­ser­ver­hält­nis­sen er­teilt die Ge­ne­ral­di­rek­ti­on Was­ser­stra­ßen und Schiff­fahrt (GDWS) mit Sitz in Bonn.

An­ders als bei Hoch­was­ser­la­gen, bei de­ren Auf­tre­ten ab be­stimm­ten Hoch­was­ser­mar­ken Maß­nah­men wie Ein­schrän­kun­gen und Sper­run­gen von den zu­stän­di­gen Be­hör­den ver­hängt wer­den, ist Schiff­fahrt bei Nied­rig­was­ser in der Re­gel bis an die phy­si­ka­li­sche Gren­ze mög­lich – so lan­ge die Si­cher­heit ge­währ­leis­tet ist.

Der Ap­pell des Bin­nen­schiff­fahrts­ge­wer­bes an die Po­li­tik lau­tet, die seit Jah­ren be­stehen­den und hin­läng­lich be­kann­ten Eng­stel­len, die im ge­sam­ten Was­ser­stra­ßen­netz exis­tie­ren, so schnell wie mög­lich zu be­sei­ti­gen. Zu nen­nen sind etwa die ge­plan­ten Ab­la­de­op­ti­mie­run­gen der Fahr­rin­nen an Mit­tel­rhein und Main, die Be­sei­ti­gung des 70 km lan­gen Eng­pas­ses an der Do­nau zwi­schen Strau­bing und Vils­ho­fen so­wie die Um­set­zung des Ge­samt­kon­zepts Elbe. Die­se Bau­maß­nah­men sor­gen auch in Nied­rig­was­ser­si­tua­tio­nen für die not­wen­di­ge Plan­bar­keit und Ver­läss­lich­keit beim Gü­ter­trans­port auf dem Was­ser.

 

Über den BDB e.V.:

Der 1974 ge­grün­de­te Bun­des­ver­band der Deut­schen Bin­nen­schiff­fahrt e.V. (BDB) ver­tritt die ge­mein­sa­men ge­werb­li­chen In­ter­es­sen der Un­ter­neh­mer in der Gü­ter- so­wie der Fahr­gast­schiff­fahrt ge­gen­über Po­li­tik, Ver­wal­tung und sons­ti­gen In­sti­tu­tio­nen. Mit­glie­der des BDB sind des­halb Par­ti­ku­lie­re, Ree­de­rei­en und Ge­nos­sen­schaf­ten. Auch För­der­mit­glie­der un­ter­stüt­zen die Ar­beit des BDB. Der Ver­band mit Sitz in Duis­burg und Re­prä­sen­tanz in Ber­lin be­zieht Stel­lung zu ver­kehrs­po­li­ti­schen Fra­gen und bringt sich ak­tiv in die Ge­stal­tung der wirt­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen ein. Seit der Fu­si­on mit dem Ar­beit­ge­ber­ver­band (AdB) im Jahr 2013 ver­tritt der BDB auch die Be­lan­ge der Ver­bands­mit­glie­der in ar­beits-, ta­rif- und so­zi­al­recht­li­chen so­wie per­so­nal-, so­zi­al- und bil­dungs­po­li­ti­schen An­ge­le­gen­hei­ten und ist Ta­rif­ver­trags­part­ner der Ge­werk­schaft Ver­di. Der BDB be­treibt das in Duis­burg vor An­ker lie­gen­de Schul­schiff „Rhein“ – eine eu­ro­pa­weit ein­zig­ar­ti­ge Aus-, Fort- und Wei­ter­bil­dungs­ein­rich­tung für das Bin­nen­schiff­fahrts­ge­wer­be.

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