Pressemitteilung: BDB in­for­miert über Nied­rig­was­ser - Trotz nied­ri­ger Was­ser­stän­de ist Schiff­fahrt wei­ter­hin mög­lich

BDB in­for­miert über Nied­rig­was­ser - Trotz nied­ri­ger Was­ser­stän­de ist Schiff­fahrt wei­ter­hin mög­lich

16. Juli 2018

Seit ei­ni­gen Wo­chen sind in gro­ßen Tei­len des deut­schen Was­ser­stra­ßen­net­zes sin­ken­de Was­ser­stän­de zu be­ob­ach­ten. Der Bun­des­ver­band der Deut­schen Bin­nen­schiff­fahrt e.V. (BDB) nimmt dies zum An­lass, über die Fol­gen von Nied­rig­was­ser­si­tua­tio­nen für die Bin­nen­schiff­fahrt zu in­for­mie­ren.

In den Som­mer­mo­na­ten kommt es auf­grund feh­len­der Nie­der­schlä­ge na­he­zu je­des Jahr zu sin­ken­den Pe­gel­stän­den an den Flüs­sen und Ka­nä­len in Deutsch­land. In­so­fern stellt die mo­men­ta­ne Si­tua­ti­on für die ge­werb­li­che Bin­nen­schiff­fahrt und de­ren Kun­den kein un­ge­wöhn­li­ches Er­eig­nis dar. Von Nied­rig­was­ser sind der­zeit ins­be­son­de­re frei flie­ßen­de Flüs­se wie etwa die Do­nau, die Elbe, die Oder oder der Mit­tel- und Ober­rhein be­trof­fen. We­gen des nach wie vor nicht aus­ge­bau­ten Ab­schnitts der Do­nau zwi­schen Strau­bing und Vils­ho­fen stellt sich die Si­tua­ti­on dort zur­zeit be­son­ders schwie­rig dar. Auf stau­ge­re­gel­ten Flüs­sen wie Mo­sel, Ne­ckar und Main so­wie im west­deut­schen Ka­nal­ge­biet und auf wei­te­ren Ka­nä­len sind die Aus­wir­kun­gen zur­zeit noch ge­rin­ger, da dort das Was­ser­ab­fluss­ver­hal­ten ein an­de­res ist.

Die bun­des­wei­ten Pe­gel­stän­de kön­nen ta­ges­ak­tu­ell im In­ter­net auf der Web­site der Was­ser­stra­ßen- und Schiff­fahrts­ver­wal­tung un­ter http://www.pegelonline.wsv.de/gast/start ab­ge­ru­fen wer­den.

Für das Bin­nen­schiff­fahrts­ge­wer­be be­deu­ten nied­ri­ge Was­ser­stän­de, dass die Schif­fe nicht ma­xi­mal be­la­den wer­den kön­nen, da sie sonst zu viel Tief­gang ha­ben. Der Um­stand, dass Bin­nen­schif­fe bei Nied­rig­was­ser nicht ihre ma­xi­ma­le La­de­ka­pa­zi­tät aus­schöp­fen kön­nen, be­deu­tet al­ler­dings nicht, dass die Lie­fe­run­gen nicht mehr an­kom­men. Im Dia­log mit ih­ren Kun­den kön­nen die Un­ter­neh­mer viel­mehr Lö­sun­gen fin­den, dank de­rer „kei­ne Ton­ne lie­gen bleibt“. So be­steht z.B. die Mög­lich­keit, die La­dung auf meh­re­re Schif­fe zu ver­tei­len oder ei­nen spä­te­ren Lie­fer­ter­min zu ver­ein­ba­ren. Bei der Fin­dung der ef­fek­tivs­ten in­di­vi­du­el­len Lö­sun­gen sind die o.g. Pe­gel­vor­her­sa­gen der Was­ser­stra­ßen- und Schiff­fahrts­ver­wal­tung (WSV) hilf­rei­che In­stru­men­te.

Dem wirt­schaft­li­chen Mehr­auf­wand, den das Vor­hal­ten zu­sätz­li­cher Schif­fe ver­ur­sacht, steht der Ef­fekt ge­gen­über, dass die Nach­fra­ge nach Schiffs­raum in Nied­rig­was­ser­si­tua­tio­nen tra­di­tio­nell steigt. In vie­len Fahrt­ge­bie­ten ist es au­ßer­dem üb­lich, dass die Kun­den den Bin­nen­schif­fern ab ei­nem be­stimm­ten Pe­gel­re­fe­renz­wert den sog. Klein­was­ser­zu­schlag als Kom­pen­sa­ti­on zah­len.

Mit wel­cher Aus­las­tung Bin­nen­schif­fe zur­zeit noch fah­ren kön­nen, lässt sich nicht pau­schal be­ant­wor­ten. Dies ist von ver­schie­de­nen in­di­vi­du­el­len Fak­to­ren wie der Art der La­dung, dem Schiffs­typ und nicht zu­letzt der im ent­spre­chen­den Fahrt­ge­biet zur Ver­fü­gung ste­hen­den Fahr­rin­ne ab­hän­gig. Aus­künf­te zu den Fahr­was­ser­ver­hält­nis­sen er­teilt die Ge­ne­ral­di­rek­ti­on Was­ser­stra­ßen und Schiff­fahrt (GDWS) mit Sitz in Bonn.

An­ders als bei Hoch­was­ser­la­gen, bei de­ren Auf­tre­ten ab be­stimm­ten Hoch­was­ser­mar­ken Maß­nah­men wie Ein­schrän­kun­gen und Sper­run­gen von den zu­stän­di­gen Be­hör­den ver­hängt wer­den, ist Schiff­fahrt bei Nied­rig­was­ser in der Re­gel bis an die phy­si­ka­li­sche Gren­ze mög­lich – so lan­ge die Si­cher­heit ge­währ­leis­tet ist.

Die Um­set­zung der im Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan 2030 so­wie im da­zu­ge­hö­ri­gen Was­ser­stra­ßen­aus­bau­ge­setz ver­an­ker­ten und vom BDB vor­ge­schla­ge­nen Was­ser­stra­ßen­pro­jek­te ver­spricht üb­ri­gens auch eine ver­bes­ser­te Schiff­bar­keit bei Nied­rig­was­ser. Denn zum Bei­spiel die ge­plan­ten Ab­la­de­op­ti­mie­run­gen der Fahr­rin­nen an Mit­tel­rhein und Main wer­den po­ten­zi­el­le Eng­stel­len ent­schär­fen. Die ein­gangs er­wähn­te Eng­pass­si­tua­ti­on an der Do­nau wird die Schiff­fahrt und de­ren Kun­den al­ler­dings noch lan­ge Zeit be­hin­dern, da ein wirt­schafts­freund­li­cher Aus­bau die­ser Was­ser­stra­ße sei­tens des Bun­des nicht vor­ge­se­hen ist.

 

Über den BDB e.V.:

Der 1974 ge­grün­de­te Bun­des­ver­band der Deut­schen Bin­nen­schiff­fahrt e.V. (BDB) ver­tritt die ge­mein­sa­men ge­werb­li­chen In­ter­es­sen der Un­ter­neh­mer in der Gü­ter- so­wie der Fahr­gast­schiff­fahrt ge­gen­über Po­li­tik, Ver­wal­tung und sons­ti­gen In­sti­tu­tio­nen. Mit­glie­der des BDB sind des­halb Par­ti­ku­lie­re, Ree­de­rei­en und Ge­nos­sen­schaf­ten. Auch För­der­mit­glie­der un­ter­stüt­zen die Ar­beit des BDB. Der Ver­band mit Sitz in Duis­burg und Re­prä­sen­tanz in Ber­lin be­zieht Stel­lung zu ver­kehrs­po­li­ti­schen Fra­gen und bringt sich ak­tiv in die Ge­stal­tung der wirt­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen ein. Seit der Fu­si­on mit dem Ar­beit­ge­ber­ver­band (AdB) im Jahr 2013 ver­tritt der BDB auch die Be­lan­ge der Ver­bands­mit­glie­der in ar­beits-, ta­rif- und so­zi­al­recht­li­chen so­wie per­so­nal-, so­zi­al- und bil­dungs­po­li­ti­schen An­ge­le­gen­hei­ten und ist Ta­rif­ver­trags­part­ner der Ge­werk­schaft Ver­di. Der BDB be­treibt das in Duis­burg vor An­ker lie­gen­de Schul­schiff „Rhein“ – eine eu­ro­pa­weit ein­zig­ar­ti­ge Aus-, Fort- und Wei­ter­bil­dungs­ein­rich­tung für das Bin­nen­schiff­fahrts­ge­wer­be.

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