Pressemitteilung: BDB kri­ti­siert Sper­rung der Lie­ge­stel­le Rhein­au­ha­fen in Köln - Bin­nen­schiff­fahrt und In­dus­trie sind auf Lie­ge­stel­len an­ge­wie­sen!

BDB kri­ti­siert Sper­rung der Lie­ge­stel­le Rhein­au­ha­fen in Köln - Bin­nen­schiff­fahrt und In­dus­trie sind auf Lie­ge­stel­len an­ge­wie­sen!

20. Februar 2018

An­fang Fe­bru­ar 2018 hat die Hä­fen und Gü­ter­ver­kehr Köln AG (HGK) die Fest­mach­ein­rich­tun­gen an den Lie­ge­stel­len am Rhein­au­ha­fen er­satz­los und ohne jede Vor­ankün­di­gung zu­rück­ge­baut. Das alar­miert das Bin­nen­schiff­fahrts­ge­wer­be eben­so wie die ver­la­den­de Wirt­schaft und die In­dus­trie, denn die­se Lie­ge­stel­len am Rhein sind für die Schiff­fahrt und de­ren Kun­den von gro­ßer Be­deu­tung: Hier ma­chen durch­schnitt­lich rund 3.500 Bin­nen­schif­fe pro Jahr fest.

„Wir neh­men zur Kennt­nis, dass die HGK die Pol­ler und Rin­ge ent­fernt hat, weil es zu Be­schä­di­gun­gen an der An­la­ge ge­kom­men ist, die über­al­ter­ten Fest­mach­ein­rich­tun­gen den Be­las­tun­gen durch gro­ße Bin­nen­schif­fe nicht stand­hal­ten und eine Er­neue­rung wohl nicht ohne wei­te­res mög­lich ist. Die Be­sei­ti­gung der Lie­ge­stel­len stellt je­doch ein die in­ter­na­tio­na­le Bin­nen­schiff­fahrt mas­siv be­ein­träch­ti­gen­des Pro­blem dar, das weit über die lo­ka­le Be­trof­fen­heit vor Ort, z.B. für die Che­mie- und Mi­ne­ral­öl­un­ter­neh­men im Groß­raum Köln, aus­strahlt: Rund 80 Mio. Ton­nen Gü­ter pas­sie­ren per Bin­nen­schiff den Raum Köln pro Jahr. Be­trof­fen von der Be­sei­ti­gung der Lie­ge­stel­le am Rhein­au­ha­fen ist so­mit nicht nur der Ver­kehr zwi­schen Ober- und Nie­der­rhein, son­dern letzt­end­lich auch der wei­te­re Schiffs­ver­kehr in an­de­re Was­ser­stra­ßen wie etwa Mo­sel, Main, Ne­ckar und Do­nau“, er­klärt Mar­tin Staats, Prä­si­dent des Bun­des­ver­ban­des der Deut­schen Bin­nen­schiff­fahrt e.V. (BDB).

„Fol­gen­der Ver­gleich ver­deut­licht das Pro­blem: Man stel­le sich vor, an den Bun­des­au­to­bah­nen wür­de über meh­re­re 100 Ki­lo­me­ter je­der Lkw-Rast­platz er­satz­los ge­schlos­sen und den Fah­rern jede Ge­le­gen­heit zur Pau­se ge­nom­men. Der um­welt­freund­li­che Trans­port auf dem Was­ser wird eine deut­li­che Ver­zö­ge­rung er­fah­ren und des­halb in den Au­gen der Kund­schaft mas­siv an At­trak­ti­vi­tät ver­lie­ren, wenn Fahrt­zei­ten be­reits vie­le Ki­lo­me­ter vor Er­rei­chen des Fahrt­zie­les un­ter­bro­chen wer­den müs­sen, weil schlicht kei­ne Lie­ge­stel­len zur Ver­fü­gung ste­hen“, so Staats wei­ter.

Auf die Be­deu­tung die­ser Lie­ge­stel­le und auf die ne­ga­ti­ven Aus­wir­kun­gen für die In­dus­trie weist der BDB nun im Schul­ter­schluss mit dem Ver­band der Che­mi­schen In­dus­trie NRW, dem Deut­schen See­ver­la­der­ko­mi­tee im BDI, dem Ha­fen­ver­band BÖB und dem BDS-Bin­nen­schiff­fahrt in ei­nem ge­mein­sa­men Schrei­ben an die Was­ser­stra­ßen- und Schiff­fahrts­ver­wal­tung des Bun­des hin. Ge­for­dert wird, die Lie­ge­stel­len so schnell wie mög­lich wie­der in ei­nen be­triebs­be­rei­ten Zu­stand zu ver­set­zen, ggf. durch das Set­zen sog. Dal­ben an der Kai­mau­er.

Zum Hin­ter­grund:

Die Lie­ge­stel­len am Rhein­au­ha­fen in Köln zäh­len zwi­schen Rhein­land-Pfalz und der deutsch-nie­der­län­di­schen Gren­ze zu den letz­ten ver­blie­be­nen Mög­lich­kei­ten, um die Fahrt des Schif­fes zu un­ter­bre­chen. In der Bin­nen­schiff­fahrt gibt es Lenk- und Ru­he­zei­ten, die ein­ge­hal­ten wer­den müs­sen. Lie­ge­stel­len sind not­wen­dig, um die er­for­der­li­chen, ge­setz­lich vor­ge­schrie­be­nen Be­sat­zungs­wech­sel an Bord zu voll­zie­hen. Auch für Arzt­be­su­che, Ein­käu­fe u.ä. sind Bin­nen­schif­fer auf sol­che Lie­ge­stel­len an­ge­wie­sen. Lie­ge­stel­len sind schließ­lich wich­tig, um War­te­zei­ten im Zu­sam­men­hang mit Be- und Ent­la­de­ter­mi­nen an den Ter­mi­nals und bei der ver­la­den­den Wirt­schaft und In­dus­trie zu über­brü­cken.

 

 

Über den BDB e.V.:

Der 1974 ge­grün­de­te Bun­des­ver­band der Deut­schen Bin­nen­schiff­fahrt e.V. (BDB) ver­tritt die ge­mein­sa­men ge­werb­li­chen In­ter­es­sen der Un­ter­neh­mer in der Gü­ter- so­wie der Fahr­gast­schiff­fahrt ge­gen­über Po­li­tik, Ver­wal­tung und sons­ti­gen In­sti­tu­tio­nen. Mit­glie­der des BDB sind des­halb Par­ti­ku­lie­re, Ree­de­rei­en und Ge­nos­sen­schaf­ten. Auch För­der­mit­glie­der un­ter­stüt­zen die Ar­beit des BDB. Der Ver­band mit Sitz in Duis­burg und Re­prä­sen­tanz in Ber­lin be­zieht Stel­lung zu ver­kehrs­po­li­ti­schen Fra­gen und bringt sich ak­tiv in die Ge­stal­tung der wirt­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen ein. Seit der Fu­si­on mit dem Ar­beit­ge­ber­ver­band (AdB) im Jahr 2013 ver­tritt der BDB auch die Be­lan­ge der Ver­bands­mit­glie­der in ar­beits-, ta­rif- und so­zi­al­recht­li­chen so­wie per­so­nal-, so­zi­al- und bil­dungs­po­li­ti­schen An­ge­le­gen­hei­ten und ist Ta­rif­ver­trags­part­ner der Ge­werk­schaft Ver­di. Der BDB be­treibt das in Duis­burg vor An­ker lie­gen­de Schul­schiff „Rhein“ – eine eu­ro­pa­weit ein­zig­ar­ti­ge Aus-, Fort- und Wei­ter­bil­dungs­ein­rich­tung für das Bin­nen­schiff­fahrts­ge­wer­be.

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