Pressemitteilung: BDB kri­ti­siert Streik der Schleu­sen­wär­ter: „Auch nach fünf Jah­ren nichts da­zu­ge­lernt!“ - Ver­di trifft die Fal­schen und schä­digt sei­ne ei­ge­nen Mit­glie­der!

BDB kri­ti­siert Streik der Schleu­sen­wär­ter: „Auch nach fünf Jah­ren nichts da­zu­ge­lernt!“ - Ver­di trifft die Fal­schen und schä­digt sei­ne ei­ge­nen Mit­glie­der!

28. März 2018

Im Ta­rif­kon­flikt für den öf­fent­li­chen Dienst hat Ver­di für die Tage nach Os­tern eine wei­te­re Warn­streik­wel­le in vie­len Bun­des­län­dern an­ge­kün­digt. Auch die Bin­nen­schiff­fahrt be­kommt das der­zeit zu spü­ren. Ver­di hat die Schleu­sen­wär­ter zu Streiks auf­ge­ru­fen. Ein­zel­ne Schleu­sen im Bun­des­ge­biet, un­ter an­de­rem am Main, sind hier­von be­reits be­trof­fen, teilt der Bun­des­ver­band der Deut­schen Bin­nen­schiff­fahrt e.V. (BDB) mit.

Das Bin­nen­schiff­fahrts­ge­wer­be re­agiert zu­neh­mend ge­nervt auf die­se Ak­ti­on der Ge­werk­schaft:

Schleu­sen nicht zu be­die­nen und Schif­fe da­durch an der Wei­ter­fahrt zu hin­dern, bringt den Ta­rif­ab­schluss – Ver­di for­dert sechs Pro­zent mehr Lohn – nicht eine Mi­nu­te schnel­ler, be­hin­dert aber die ge­sam­te Lo­gis­tik­ket­te im Land. Auf­grund feh­len­der Um­fah­rungs­mög­lich­kei­ten an den Flüs­sen und Ka­nä­len be­fin­den die Schif­fer sich hier vor den Schleu­sen in ei­ner Art Gei­sel­haft. Es ist ku­ri­os, dass Ver­di dies den Bin­nen­schif­fern an­tut, denn Ver­di ist auch Ta­rif­ver­trags­part­ner für das fah­ren­de Per­so­nal in der Schiff­fahrt. Lei­der ist Ver­di das Schick­sal die­ser Ge­werk­schafts­mit­glie­der to­tal egal. Be­reits beim letz­ten gro­ßen Schleu­sen­wär­ter­streik im Jahr 2013 hat­te der BDB die Ge­werk­schaft auf die mas­si­ven wirt­schaft­li­chen Be­ein­träch­ti­gun­gen der Bin­nen­schif­fer und ih­rer An­ge­stell­ten hin­ge­wie­sen. Ver­di hat­te das be­reits da­mals mit ei­nem des­in­ter­es­sier­ten Ach­sel­zu­cken be­ant­wor­tet. Die Ge­werk­schaft hat in fünf Jah­ren of­fen­bar nichts da­zu­ge­lernt.

Wie we­nig Ver­di sich um die Be­lan­ge der be­son­ders um­welt­scho­nen­den Bin­nen­schiff­fahrt und sei­ner an­de­ren Ge­werk­schafts­mit­glie­der küm­mert, zei­gen die ak­tu­el­len Streiks am Main:

Dort herrscht zur­zeit re­ger Schiffs­ver­kehr, denn die dor­ti­gen Schleu­sen wer­den im Zuge von ge­plan­ten Un­ter­hal­tungs­maß­nah­men in der Zeit vom 10. April bis 30. April au­ßer Be­trieb ge­nom­men und für den Schiffs­ver­kehr ge­sperrt. Was vor die­ser drei­wö­chi­gen Sper­re noch trans­por­tiert wer­den kann, be­fin­det sich des­halb nun auf dem Weg durch den Main. Es zeugt von feh­len­dem Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein, wenn die Ge­werk­schaft in ei­ner sol­chen, für die Main­schiff­fahrt oh­ne­hin wirt­schaft­lich schwie­ri­gen Si­tua­ti­on mut­wil­lig das letz­te Zeit­fens­ter schließt, um wich­ti­ge und drin­gen­de Ver­keh­re durch­zu­füh­ren.

 

 

Über den BDB e.V.:

Der 1974 ge­grün­de­te Bun­des­ver­band der Deut­schen Bin­nen­schiff­fahrt e.V. (BDB) ver­tritt die ge­mein­sa­men ge­werb­li­chen In­ter­es­sen der Un­ter­neh­mer in der Gü­ter- so­wie der Fahr­gast­schiff­fahrt ge­gen­über Po­li­tik, Ver­wal­tung und sons­ti­gen In­sti­tu­tio­nen. Mit­glie­der des BDB sind des­halb Par­ti­ku­lie­re, Ree­de­rei­en und Ge­nos­sen­schaf­ten. Auch För­der­mit­glie­der un­ter­stüt­zen die Ar­beit des BDB. Der Ver­band mit Sitz in Duis­burg und Re­prä­sen­tanz in Ber­lin be­zieht Stel­lung zu ver­kehrs­po­li­ti­schen Fra­gen und bringt sich ak­tiv in die Ge­stal­tung der wirt­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen ein. Seit der Fu­si­on mit dem Ar­beit­ge­ber­ver­band (AdB) im Jahr 2013 ver­tritt der BDB auch die Be­lan­ge der Ver­bands­mit­glie­der in ar­beits-, ta­rif- und so­zi­al­recht­li­chen so­wie per­so­nal-, so­zi­al- und bil­dungs­po­li­ti­schen An­ge­le­gen­hei­ten und ist Ta­rif­ver­trags­part­ner der Ge­werk­schaft Ver­di. Der BDB be­treibt das in Duis­burg vor An­ker lie­gen­de Schul­schiff „Rhein“ – eine eu­ro­pa­weit ein­zig­ar­ti­ge Aus-, Fort- und Wei­ter­bil­dungs­ein­rich­tung für das Bin­nen­schiff­fahrts­ge­wer­be.