Pressemitteilung: Er­nüch­tern­de Er­geb­nis­se der Son­die­rungs­ge­sprä­che in Ber­lin - BDB ver­misst Aus­sa­gen zu Gü­ter­ver­kehr und Lo­gis­tik

Er­nüch­tern­de Er­geb­nis­se der Son­die­rungs­ge­sprä­che in Ber­lin - BDB ver­misst Aus­sa­gen zu Gü­ter­ver­kehr und Lo­gis­tik

15. Januar 2018

Die Er­geb­nis­se der Son­die­rungs­ge­sprä­che von CDU/CSU und SPD fal­len für das Gü­ter­ver­kehrs- und Lo­gis­tik­ge­wer­be er­nüch­ternd aus. Auf nicht ein­mal ei­ner DIN-A-4-Sei­te wird das Ka­pi­tel „Ver­kehr und In­fra­struk­tur“ ab­ge­han­delt.

Schwer­punk­te bil­den hier Be­kennt­nis­se zur Ab­wehr von Fahr­ver­bo­ten und zur Ver­bes­se­rung der Luft­rein­hal­tung, so­wie die Not­wen­dig­keit von In­no­va­tio­nen. Wirk­lich Neu­es oder kon­kret Greif­ba­res ist in der Un­ter­la­ge je­doch kaum zu fin­den: In­fra­struk­tur soll aus­ge­baut und „mo­der­ni­siert“ wer­den. Es wird ein „Bün­del an Maß­nah­men“, u.a. zur Er­rei­chung der Kli­ma­zie­le von Pa­ris, an­ge­kün­digt. Die­ses soll die För­de­rung von Elek­tro­mo­bi­li­tät des ÖPNV und des Schie­nen­ver­kehrs be­inhal­ten. Sau­be­re­re Mo­to­ren wer­den eben­falls für er­for­der­lich ge­hal­ten. Die An­kün­di­gung des Pla­nungs- und Bau­be­schleu­ni­gungs­ge­set­zes greift zwar den As­pekt der über­lan­gen Pla­nungs- und Bau­aus­füh­rungs­zeit­räu­me in Deutsch­land auf. Wo­durch die Be­schleu­ni­gung al­ler­dings er­fol­gen soll und wie sich die­ses Ge­setz zum Bei­spiel vom In­fra­struk­tur­pla­nungs­be­schleu­ni­gungs­ge­setz aus dem Jahr 2006 un­ter­schei­det, wird nicht mit­ge­teilt.

„Das ist uns zu we­nig!“, lau­tet da­her das Fa­zit von Mar­tin Staats, Prä­si­dent des Bun­des­ver­ban­des der Deut­schen Bin­nen­schiff­fahrt e.V. (BDB). Er er­klärt wei­ter:

„Die Trans­port- und Lo­gis­tik­bran­che als in­te­gra­ler Be­stand­teil der Wert­schöp­fungs­ket­te fin­det in die­ser Un­ter­la­ge de fac­to nicht statt. Wir ver­mis­sen Ant­wor­ten auf die Fra­ge, wie der Gü­ter­ver­kehr der Zu­kunft mit sei­nen be­stän­dig wach­sen­den Trans­port­men­gen in öko­no­misch sinn­vol­ler und öko­lo­gisch ver­ant­wor­tungs­vol­ler Wei­se ge­stal­tet wird, ge­ra­de hier kann der um­welt­freund­li­che Ver­kehrs­trä­ger Bin­nen­schiff­fahrt ei­nen über­aus wert­vol­len Bei­trag leis­ten. Vor dem Hin­ter­grund der ho­hen volks­wirt­schaft­li­chen Be­deu­tung der Lo­gis­tik­bran­che hät­ten wir er­war­tet, dass be­reits auf Son­die­rungs­ebe­ne ers­te kon­kret greif­ba­re Ab­sich­ten prä­sen­tiert wer­den, die dann in den fol­gen­den Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen ver­tieft wür­den.“

Deutsch­land als In­dus­trie­land und Ex­port­na­ti­on ist auf ei­nen leis­tungs­fä­hi­gen und in­ter­na­tio­nal wett­be­werbs­fä­hi­gen Trans­port­sek­tor an­ge­wie­sen. Die Her­aus­for­de­run­gen ha­ben die Son­die­rer ge­nannt. Lei­der lie­fern sie je­doch kei­ne greif­ba­ren Hin­wei­se zu den künf­ti­gen Rah­men­be­din­gun­gen, z.B. zum Aus­bau der Bun­des­was­ser­stra­ßen, zum Ab­bau des enor­men Man­gels an Fach­pla­nungs­per­so­nal in der bun­des­ei­ge­nen Was­ser­stra­ßen- und Schiff­fahrts­ver­wal­tung, zur Ver­net­zung der Ver­kehrs­trä­ger oder zur Un­ter­stüt­zung für in­no­va­ti­ve und emis­si­ons­ar­me An­trie­be und Kraft­stof­fe in der Schiff­fahrt.

„Ins­ge­samt kann das Er­geb­nis der Son­die­run­gen nicht be­frie­di­gen, das Pa­pier ist ein rück­wärts­ge­wand­tes Be­kennt­nis, das die Ant­wor­ten auf die gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen ver­mis­sen lässt. Das deut­li­che Be­kennt­nis von CDU/CSU und SPD zu den Kli­ma­zie­len 2020, 2030 und 2050 ist er­freu­lich. Es hät­te dann aber nahe ge­le­gen, eine pro­gram­ma­ti­sche Aus­sa­ge für eine Ver­la­ge­rung von mehr Ver­kehr auf Schiff und Bahn zu tref­fen, die be­kannt­lich be­son­ders um­welt­freund­li­che Trans­port­mit­tel mit ex­trem nied­ri­gen Emis­sio­nen an Kli­ma­ga­sen dar­stel­len.“ so BDB-Prä­si­dent Mar­tin Staats.

 

Bild­un­ter­schrift:

Mar­tin Staats, Prä­si­dent des Bun­des­ver­ban­des der Deut­schen Bin­nen­schiff­fahrt e.V.

 

Über den BDB e.V.:

Der 1974 ge­grün­de­te Bun­des­ver­band der Deut­schen Bin­nen­schiff­fahrt e.V. (BDB) ver­tritt die ge­mein­sa­men ge­werb­li­chen In­ter­es­sen der Un­ter­neh­mer in der Gü­ter- so­wie der Fahr­gast­schiff­fahrt ge­gen­über Po­li­tik, Ver­wal­tung und sons­ti­gen In­sti­tu­tio­nen. Mit­glie­der des BDB sind des­halb Par­ti­ku­lie­re, Ree­de­rei­en und Ge­nos­sen­schaf­ten. Auch För­der­mit­glie­der un­ter­stüt­zen die Ar­beit des BDB. Der Ver­band mit Sitz in Duis­burg und Re­prä­sen­tanz in Ber­lin be­zieht Stel­lung zu ver­kehrs­po­li­ti­schen Fra­gen und bringt sich ak­tiv in die Ge­stal­tung der wirt­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen ein. Seit der Fu­si­on mit dem Ar­beit­ge­ber­ver­band (AdB) im Jahr 2013 ver­tritt der BDB auch die Be­lan­ge der Ver­bands­mit­glie­der in ar­beits-, ta­rif- und so­zi­al­recht­li­chen so­wie per­so­nal-, so­zi­al- und bil­dungs­po­li­ti­schen An­ge­le­gen­hei­ten und ist Ta­rif­ver­trags­part­ner der Ge­werk­schaft Ver­di. Der BDB be­treibt das in Duis­burg vor An­ker lie­gen­de Schul­schiff „Rhein“ – eine eu­ro­pa­weit ein­zig­ar­ti­ge Aus-, Fort- und Wei­ter­bil­dungs­ein­rich­tung für das Bin­nen­schiff­fahrts­ge­wer­be.

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