Pressemitteilung: Mit „Smart St@rt“ in das Be­rufs­le­ben - Neu­es Pro­jekt för­dert In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen in die Lo­gis­tik und Bin­nen­schiff­fahrt

Mit „Smart St@rt“ in das Be­rufs­le­ben - Neu­es Pro­jekt för­dert In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen in die Lo­gis­tik und Bin­nen­schiff­fahrt

9. Mai 2018

Vor­aus­set­zung ei­ner er­folg­rei­chen Ein­glie­de­rung von Flücht­lin­gen in die Ge­sell­schaft ist ne­ben dem Sprach­er­werb, der Ak­zep­tanz und An­pas­sung an kul­tu­rel­le und ge­sell­schaft­li­che Wer­te vor al­lem die dau­er­haf­te In­te­gra­ti­on in den Ar­beits­markt. Dass dies mit be­son­de­ren Her­aus­for­de­run­gen ver­bun­den ist, hat die OECD kürz­lich auf Ba­sis ei­ner Un­ter­neh­mens­be­fra­gung in Deutsch­land fest­ge­stellt. Da­nach ist eine ge­ziel­te Un­ter­stüt­zung er­for­der­lich, um Flücht­lin­ge in ge­eig­ne­ter Wei­se auf eine be­ruf­li­che Bil­dung als In­te­gra­ti­ons­vor­aus­set­zung vor­zu­be­rei­ten. Hier setzt das vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung und For­schung ge­för­der­te Pro­jekt „Smart St@rt – In­te­grier­te fach­lich-sprach­li­che Qua­li­fi­zie­rung von Flücht­lin­gen für den Be­rufs­start in Bin­nen­schiff­fahrt und Lo­gis­tik“ an. Ziel ist es, ein Kurs­kon­zept, das auf eine sta­bi­le Ar­beits­markt­in­te­gra­ti­on aus­ge­rich­tet ist und auch auf an­de­re Bran­chen trans­fe­riert wer­den kann, zu ent­wi­ckeln.

Der in Deutsch­land an­hal­ten­de Fach­kräf­te­man­gel macht auch vor den bei­den „Ziel­bran­chen“ des Pro­jek­tes, der Bin­nen­schiff­fahrt und der Lo­gis­tik, nicht Halt. In der Bin­nen­schiff­fahrt ist ins­be­son­de­re in Be­zug auf das fah­ren­de Per­so­nal in der Gü­ter­schiff­fahrt ein Per­so­nal­be­darf fest­zu­stel­len, vor al­lem bei Un­ter­neh­men mit ein bis zwei Be­schäf­tig­ten, den so ge­nann­ten Par­ti­ku­lie­ren. Im Jahr 2015 wei­sen dar­über hin­aus über 30 % der in der Bran­che so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Be­schäf­tig­ten ein Al­ter von 55 Jah­ren und mehr auf. Dies zeigt: Es be­steht an­ge­sichts po­si­ti­ver Ar­beits­markt­per­spek­ti­ven er­heb­li­cher Hand­lungs­be­darf und da­mit kön­nen sich auch Chan­cen er­öff­nen, Flücht­lin­ge durch die Teil­nah­me an ent­spre­chen­den Mo­dell­maß­nah­men und Qua­li­fi­zie­rungs­kon­zep­ten auf den Weg in eine Be­schäf­ti­gung vor­zu­be­rei­ten.

Kon­kret geht es in dem Pro­jekt dar­um, ein in­te­grier­tes Kurs­kon­zept durch eine Kom­bi­na­ti­on sprach­li­cher und be­rufs­ori­en­tie­ren­der In­hal­te zu er­ar­bei­ten, er­pro­ben und eva­lu­ie­ren, das dann auf eine Tä­tig­keit – im Ide­al­fall auf eine be­ruf­li­che Aus­bil­dung – in Bin­nen­schiff­fahrt oder Lo­gis­tik vor­be­rei­ten soll. Die an­ge­streb­te di­dak­tisch-me­tho­di­sche Ver­schrän­kung von Sprach- und fach­li­chem Kom­pe­tenz­er­werb in den vor­ge­se­he­nen Lern­mo­du­len ist da­bei von ho­her Be­deu­tung, da vie­le der bis­her vor­lie­gen­den Lehr- und Lern­ma­te­ria­li­en zur be­rufs­be­zo­ge­nen Sprach­för­de­rung zwar Si­tua­tio­nen des all­ge­mei­nen Ar­beits­all­tags ex­em­pla­risch the­ma­ti­sie­ren, sich in ih­rem in­halt­li­chen Fo­kus aber zu we­nig auf re­le­van­te be­rufs­fach­li­che und kom­mu­ni­ka­ti­ve As­pek­te des be­trieb­li­chen Ar­beits- und Lern­orts be­zie­hen.

Um die ge­wünsch­te Ver­bin­dung zwi­schen sprach­li­cher Kom­mu­ni­ka­ti­on und be­rufs­fach­li­chem Kom­pe­tenz­er­werb zu er­rei­chen, wer­den im Pro­jekt re­le­van­te Pra­xis­sze­na­ri­en kon­stru­iert, die auf­ein­an­der be­zo­ge­ne Lern­si­tua­tio­nen und Ler­nar­ran­ge­ments um­fas­send zu ex­em­pla­ri­schen Lern- und Hand­lungs­fel­dern in­ner­halb the­ma­tisch ab­ge­grenz­ter Mo­du­le ver­dich­ten. Ge­plant ist die Kon­zep­ti­on und Durch­füh­rung zwei­er Kur­se mit je­weils ca. sechs­mo­na­ti­ger Dau­er.

Wich­tig für den Pra­xis­be­zug: In die mo­du­lar struk­tu­rier­ten Hand­lungs­fel­der wer­den flan­kie­ren­de An­ge­bo­te wie Coa­ching, Be­wer­bungs­trai­ning, Be­rufs­be­ra­tung, Sprach- und Kom­pe­tenz­tests, be­trieb­li­che Prak­ti­ka und Be­rufs­er­kun­dung in­te­griert.

„Smart St@rt“ rich­tet sich in ers­ter Li­nie an jün­ge­re Per­so­nen, die als Flücht­ling an­er­kannt sind oder über ei­nen Blei­be­sta­tus ver­fü­gen. Vor­aus­set­zun­gen sind ne­ben ge­werb­lich-tech­ni­schem Be­rufs­in­ter­es­se und ei­nem Min­dest­maß an Tech­ni­kaf­fi­ni­tät auch ent­spre­chen­de Kennt­nis­se der deut­schen Spra­che (min­des­tens auf dem Ni­veau B1). Um eine mög­lichst ho­mo­ge­ne Adres­sa­ten­grup­pe von Teil­neh­mern ak­qui­rie­ren zu kön­nen, wer­den ent­spre­chen­de Eig­nungs- und Kom­pe­tenz­tests durch­ge­führt.

Das Pro­jekt ver­folgt ne­ben der In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen in Bin­nen­schiff­fahrt und Lo­gis­tik aber auch das dar­über hin­aus­ge­hen­de Ziel, das Kon­zept auf an­de­re Bran­chen trans­fe­rie­ren zu kön­nen.

Be­tei­ligt an dem Vor­ha­ben, das vom Pro­jekt­trä­ger im Deut­schen Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt e.V. (DLR) be­glei­tet wird, sind als Part­ner das Ent­wick­lungs­zen­trum für Schiffs­tech­nik und Trans­port­sys­te­me e.V. (DST), die Uni­ver­si­tät Duis­burg-Es­sen (In­sti­tut für Be­rufs- und Wei­ter­bil­dung) und der Bun­des­ver­band der Deut­schen Bin­nen­schiff­fahrt e.V. (BDB). Un­ter­stützt wird die Ar­beit durch die as­so­zi­ier­ten Part­ner wie dem In­sti­tut für Mo­del­le zur be­ruf­li­chen und so­zia­len Ent­wick­lung (IMB­SE), dem Evan­ge­li­schen Bil­dungs­werk im Kir­chen­kreis Duis­burg (EBW), dem Zen­trum für Tür­kei­stu­di­en und In­te­gra­ti­ons­for­schung (ZfTI), dem Bun­des­ver­band der Selbst­stän­di­gen, Ab­tei­lung Bin­nen­schiff­fahrt (BDS), und dem Duis­bur­ger Ha­fen AG (dui­sport). Die zu­stän­di­ge Ar­beits­ver­wal­tung (Job­cen­ter und Ar­beits­agen­tur) er­bringt vor al­lem in Be­zug auf die Aus­wahl der künf­ti­gen Kurs­teil­neh­mer ei­nen we­sent­li­chen Bei­trag zum Pro­jekt. Die In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer Duis­burg-We­sel-Kle­ve und die Hand­werk­sam­mer Düs­sel­dorf wer­den die­ses Mo­dell­vor­ha­ben be­glei­ten und ins­be­son­de­re im Hin­blick auf den Trans­fer der Pro­jekt­er­geb­nis­se auf an­de­re Bran­chen be­ra­tend mit­wir­ken.

Pro­jekt­lauf­zeit ist vom 1. März 2018 bis 31. Au­gust 2020.

 

 

An­sprech­part­ner bei Rück­fra­gen:
 

Re­fe­rent Fa­bi­an Spieß
Bun­des­ver­band der Deut­schen Bin­nen­schiff­fahrt e.V.
Damm­str. 15 - 17
47119 Duis­burg
E-Mail: bdb-spiess@binnenschiff.de