Spitzengespräch der Schifffahrts- und Hafenverbände in Duisburg – BDB, BÖB und VBW vereinbaren noch engere Kooperation zur Stärkung des Systems Wasserstraße
Berlin und Duisburg, 23. Februar 2026
Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB), der Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen e.V. (BÖB) und der Verein für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen e.V. (VBW) werden zukünftig noch enger kooperieren und gemeinsam die Interessen der Schifffahrts- und Hafenwirtschaft nach außen vertreten. Hierauf haben sich die Präsidien und Vorstände der drei Verbände Ende des vergangenen Jahres in einem Spitzengespräch in Duisburg verständigt und dies nun auch in einem Memorandum of Understanding niedergelegt.
Im Einzelnen wurde vereinbart:
Die Arbeit in der gemeinsamen „Initiative System Wasserstraße“ (ISW) als strategische Allianz für einen beschleunigten Erhalt und Ausbau der Wasserstraßeninfrastruktur wird fortgesetzt und intensiviert. Die ISW wird inzwischen von über 20 Verbänden aus den Bereichen Schifffahrt, Häfen, Spedition und Logistik, Bauwirtschaft und verladender Industrie getragen. Sie stellt damit ein einzigartiges Bündnis sämtlicher am System Wasserstraße Beteiligten dar. BDB und BÖB werden die erfolgreiche Arbeit der gemeinsamen Geschäftsführung in der ISW fortsetzen, weitere Unterstützer einwerben und dem System Wasserstraße damit noch mehr Sichtbarkeit bei den Entscheidern in Politik und Verwaltung geben.
BDB, BÖB und VBW bündeln das vorhandene Fachwissen in ihren jeweiligen Organisationen, indem sie wechselseitig ihre Fachausschüsse und Kommissionen öffnen. Gleichzeitig streben sie eine engere Kooperation der Fachgremien an. Diese engere Kooperation kann gemeinsame Tagungen, die themenbezogene Erarbeitung gemeinsamer Projekte oder perspektivisch auch die Zusammenlegung themen- und aufgabenverwandter Gremien beinhalten.
Neben der gemeinsamen Arbeit im großen Bündnis der „Initiative System Wasserstraße“ werden BDB und BÖB bilateral auch in weiteren schifffahrts- und hafenrelevanten Aufgabenfeldern verstärkt kooperieren und gegenüber Politik und Verwaltung partnerschaftlich mit einer Stimme sprechen, soweit die fachlichen Positionen deckungsgleich sind und eine gemeinsame Positionierung für die Stärkung des gesamten Systems Wasserstraße geboten ist. Das Einzelengagement der Verbände und damit die Erfüllung der jeweiligen satzungsgemäßen Aufgaben bleibt davon unberührt. Hierzu werden die Geschäftsstellen noch enger kooperieren und die Positionen der Organisationen abstimmen. Ebenso wird es regelmäßige Kontaktgespräche auf Vorstands-/Präsidiumsebene für die strategische Abstimmung geben.
Zur zukünftigen Zusammenarbeit erklären die Verbände:
„Heute ist ein guter Tag für Schifffahrt, Häfen, und alle weiteren Beteiligten am System Wasserstraße. Die verabredete engere Kooperation von BDB und BÖB bildet im Verbund mit dem fachwissenschaftlich arbeitenden VBW die gute Grundlage für die Bündelung des Know-hows in den beiden Branchenverbänden – und sie sendet das starke Signal in Richtung Politik und Verwaltung in Berlin, dass die maßgeblichen Verbände partnerschaftlich agieren und mit einer Stimme sprechen.“ – BDB-Geschäftsführer Jens Schwanen
„In Bezug auf die wesentlichen vielfältigen Herausforderungen, vor denen das System Wasserstraße steht, haben alle Beteiligten die gleiche Sichtweise. Es bedarf starker strategischer Allianzen, um den Belangen des Systems Wasserstraße in Zeiten der Dauerkrise Aufmerksamkeit und Nachdruck zu verschaffen. Mit der vereinbarten Zusammenarbeit zwischen BDB und BÖB haben wir einen geeigneten Rahmen dafür geschaffen, die politische Interessenvertretung für das System Wasserstraße erheblich zu stärken. Gleichzeitig wollen wir mit dem VBW die Facharbeit intensivieren und ehrenamtliches Engagement bündeln.“ – BÖB und VBW-Geschäftsführer Marcel Lohbeck
Foto:
vlnr. hintere Reihe: Roberto Spranzi (DTG eG, VBW), Erik Schultz (KBN, VBW), Joachim Zimmermann (bayernhafen, BÖB), Andreas Grzib (DTG eG, BDB), Jens Langer (DP World, BDB), Björn Wilmer (Reederei Jaegers, BDB), Sebastian Poser (B. Dettmer Reederei, BDB) Jens Schwanen (Geschäftsführer BDB) Patricia Erb-Korn (Rheinhafen Karlsruhe, VBW)
vrnl. vordere Reihe: Michael Heinz (VBW), Carsten Strähle (Hafen Stuttgart, BÖB), Thomas Gross (Hülskens Wasserbau, VBW), Jens Hohls (Hafen Braunschweig, BÖB), Bettina Brennenstuhl (Dortmunder Hafen, BÖB), Martin Staats (MSG eG, BDB), Dr. Rupert Henn (DST, BDB), Marcel Lohbeck (Geschäftsführer BÖB, VBW)
nicht im Bild: Dr. Marie Nauheimer (Primus Line, BDB), Thomas Rosenstein (GDWS, VBW), Thorsten Kalinofski (BP Europa, VBW)
Ihre Ansprechpartner für Rückfragen:
| Jens Schwanen
Geschäftsführer
Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) Dammstraße 26 47119 Duisburg
Tel.: 0203 80006-50
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Marcel Lohbeck
Geschäftsführer
Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen e. V.
Verein für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen e.V.
Hauptgeschäftsstelle Leipziger Platz 8 10117 Berlin Tel.: 030 / 398 858 74
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Der Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen e. V.
Die Sicherung einer nachhaltigen Mobilität ist eine wesentliche Voraussetzung für Wirtschaftswachstum und Beschäftigung. Güterverkehr und Logistik gewährleisten die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und den Wohlstand der Menschen. Die Zukunft des Standorts Deutschland und die Umweltbilanz des Verkehrs werden maßgeblich beeinflusst durch den intelligenten Verbund der Verkehrsträger Wasserstraße, Schiene und Straße. Wesentliche Schnittstellen zwischen diesen Verkehrsträgern sind die Binnenhäfen. Binnenhäfen entwickeln und betreiben leistungsfähige Verkehrs- und Logistikinfrastruktur. Sie sind ideale Standorte für Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen. Das Angebot der Häfen reicht von der Bereitstellung hochwertiger Flächen und Immobilien über den Betrieb von Umschlaganlagen bis zur Organisation effizienter Logistikketten. Rund 90 Häfen in Deutschland bilden das Rückgrat des Bundesverbandes Öffentlicher Binnenhäfen (BÖB) mit Sitz in Berlin. Der BÖB ist Mitglied im Europäischen Verband der Binnenhäfen (EFIP). Vor Ort ist der BÖB mit regionalen Arbeitsgemeinschaften in allen wichtigen deutschen Wirtschaftsräumen vertreten. Spezielle Fachthemen werden in überregionalen Ausschüssen behandelt.
Der BÖB ist kompetenter Ansprechpartner für die Politik auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene und kooperiert mit bedeutenden Wirtschaftsverbänden. Er bringt auf diesem Weg die Belange seiner Mitgliedsunternehmen in den politischen Meinungsbildungsprozess ein. Der BÖB erfüllt Aufgaben und verfolgt Ziele in folgenden Bereichen: Politik, Öffentlichkeit, Institutionen, Mitgliedsunternehmen.
Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V.
Der 1974 gegründete Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) setzt sich für die verkehrs- und gewerbepolitischen Interessen der Unternehmer in der Güter- und Fahrgastschifffahrt gegenüber Politik, Verwaltung und sonstigen Institutionen ein. Der Verband mit Sitz in Duisburg und Repräsentanz in Berlin vertritt seine Mitglieder außerdem in sämtlichen arbeits- und sozialrechtlichen sowie bildungspolitischen Angelegenheiten und ist Tarifvertragspartner der Gewerkschaft Verdi. Er ist Gründungsmitglied des Europäischen Schifffahrtsverbandes EBU. Mitglieder des BDB sind Reedereien, Genossenschaften und Partikuliere, nationale und internationale See- und Binnenhäfen, wissenschaftliche Einrichtungen, Verbände sowie gewerbenahe Dienstleistungsunternehmen. Mit dem Schulschiff „Rhein“ betreibt der BDB eine europaweit einzigartige Aus- und Weiterbildungseinrichtung für das Schifffahrts- und Hafengewerbe.
Der Verein für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen e.V.
Der Verein für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen e.V. (VBW) ist eine seit über 140 Jahren existierende fachwissenschaftliche Organisation zur Förderung des intermodalen Verkehrsträgers Wasserstraße. Seine breite Mitgliederstruktur aus Binnenschifffahrt, Binnenhäfen, verladender Wirtschaft, sowie Verwaltung und zahlreichen wissenschaftlichen Einrichtungen bildet alle am System Wasserstraße beteiligten Akteure ab. Kernelement des VBW sind die mit internationalen Experten besetzten Fachausschüsse für Binnenschiffe, Binnenwasserstraßen und Häfen, Binnenschifffahrtsrecht, Wirtschaft und Logistik und Digitalisierung.



