BDB sieht sich mit neuer Studie bestätigt: Zukünftiger Gütertransport mit starker Beteiligung der Schifffahrt

Die Binnenschifffahrt wird auf deutschen Flüssen und Kanälen auch in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Das zeigt die Studie „Ermittlung neuer Märkte für die deutsche Güterbinnenschifffahrt bis zum Jahr 2040“, die vom Bundesverkehrsministerium bei Prognos in Auftrag gegeben und am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Kreislaufwirtschaft, Wasserstoff und Wasserstoffderivate, Windkraftanlagen an Land, Biomasse, Fahrzeug- und Batterierecycling sowie CO₂-Transporte sind zentrale Zukunftsmärkte für die Binnenschifffahrt heißt es in der Studie.

Die Analysen zeigen, dass insbesondere in der Kreislaufwirtschaft erhebliche Stoffströme existieren. Dieser Markt bietet ein relevantes mengenmäßiges Potenzial. Biomasse stellt bereits heute einen etablierten Markt für die Binnenschifffahrt dar. Mit der zunehmenden stofflichen und energetischen Nutzung biogener Rohstoffe wird ein zusätzliches Transportpotenzial erwartet. Für Fahrzeug- und Batterierecycling wird langfristig ein stark wachsender Markt prognostiziert. Im Bereich der Windenergie zeigt sich für Onshore-Anlagen ein wachsender Transportbedarf, insbesondere bei Großkomponenten wie Rotorblättern und Turmsegmenten. Für Wasserstoff und seine Derivate werden vor allem in der Hochlaufphase der Wasserstoffwirtschaft Transportbedarfe für Wasserstoffderivate (Ammoniak und Methanol) entstehen, bei denen das Binnenschiff eine ergänzende Rolle übernehmen kann.

Die weitere Analyse zu zusätzlichen Gütermengen in bereits bestehenden Märkten für die Binnenschifffahrt zeigt außerdem, dass insbesondere auf langen Relationen und in stark frequentierten Wasserstraßenkorridoren weitere relevante Verlagerungspotenziale bestehen.

„Wir stimmen dem Bundesverkehrsministerium in seiner Einschätzung uneingeschränkt zu“, betont Andreas Grzib (DTG, Duisburg), Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB). „Die Studie macht deutlich, dass die Binnenschifffahrt weit mehr ist als ein traditioneller Verkehrsträger. Sie ist ein zentraler Baustein für eine klimaneutrale und resiliente Wirtschaft. Gerade in Zukunftsmärkten wie Kreislaufwirtschaft, Biomasse, Wasserstoff oder Recycling bietet sie große Chancen. Bereits heute starke Gütergruppen in der Schifffahrt haben weiteres Wachstums- und Verlagerungspotenzial, etwa im Bereich der Chemie, der Container oder der land- und forstwirtschaftlichen Produkte. Die Studie zeigt, dass diese Potenziale nicht nur auf dem Rhein, sondern in unterschiedlicher Ausprägung auch auf den anderen Wasserstraßen gegeben sind.“

Allerdings ist die Beteiligung der Schifffahrt an diesen Transportmärkten keine selbstverständliche Entwicklung, worauf die Ersteller der Studie zu Recht hinweisen: Es bedarf einer gemeinsamen Anstrengung aller an der Transportkette Beteiligten und des Staates, der die Regularien bestimmt, um die besonders klimafreundliche Schifffahrt an den zukünftigen Transportmärkten zu beteiligen. „Die Studie gibt guten Anlass, beim Bundesverkehrsministerium erneut für die Fortschreibung des ‚Masterplans Binnenschifffahrt‘ zu werben. Dabei sitzen unter der Regie des Ministeriums alle relevanten Player am Tisch“, erläutert BDB-Geschäftsführer Jens Schwanen.

 

Bildunterschrift:

Die Schifffahrt wie hier am Niederrhein bei Duisburg wird auch zukünftig eine wichtige Rolle beim Gütertransport spielen. Bestehende Märkte werden wachsen, neue Märkte wie etwa der Transport von Biomasse, Kreislaufwirtschafts- und Recyclinggütern oder Wasserstoff kommen bis zum Jahr 2040 noch hinzu.
Copyright: BAW

 

Diagramm:

Daten auf Basis der Studie „Ermittlung neuer Märkte für die deutsche Güterbinnenschifffahrt bis zum Jahr 2040“
Copyright der Grafik: BDB e.V.

 

Link zur Studie

 

Über den BDB e.V.:

Der 1974 gegründete Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) setzt sich für die verkehrs- und gewerbepolitischen Interessen der Unternehmer in der Güter- und Fahrgastschifffahrt gegenüber Politik, Verwaltung und sonstigen Institutionen ein. Der Verband mit Sitz in Duisburg und Repräsentanz in Berlin vertritt seine Mitglieder außerdem in sämtlichen arbeits- und sozialrechtlichen sowie bildungspolitischen Angelegenheiten und ist Tarifvertragspartner der Gewerkschaft Verdi. Er ist Gründungsmitglied des Europäischen Schifffahrtsverbandes EBU. Mitglieder des BDB sind Reedereien, Genossenschaften und Partikuliere, nationale und internationale See- und Binnenhäfen, wissenschaftliche Einrichtungen, Verbände sowie gewerbenahe Dienstleistungsunternehmen. Mit dem Schulschiff „Rhein“ betreibt der BDB eine europaweit einzigartige Aus- und Weiterbildungseinrichtung für das Schifffahrts- und Hafengewerbe.