Chancen für den Aufbau von Wasserstoffinfrastrukturen im System Wasserstraße – BDB und DWV begrüßen neues Förderprogramm für grüne Schifffahrtskorridore
Berlin und Duisburg, 17. Juli 2026
Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) und der Deutsche Wasserstoff-Verband (DWV) begrüßen die Veröffentlichung eines neuen Förderprogramms zur Förderung von grünen Binnenschifffahrtskorridoren, das gestern im Bundesanzeiger bekannt gemacht wurde. Das Programm wird aus für klimafreundliche Schifffahrt und Häfen reservierten Mitteln im Klima- und Transformationsfonds finanziert.
„Die Binnenschifffahrt befindet sich derzeit in einem Transformationsprozess. Die Unternehmen suchen nach Lösungen, um ihre Flotten künftig noch umweltfreundlicher betreiben zu können. Wasserstoffbasierte Antriebe können hier eine vielversprechende Lösung sein. Schon heute sind neu gebaute Schiffe oftmals ‚H2-ready‘, können später also mit überschaubarem Aufwand auf Brennstoffzellen umgerüstet werden. Diese Technologie hat aber nur dann eine Chance, sich durchzusetzen, wenn die nötige Infrastruktur an Land konsequent mitgedacht wird. Das neue Förderprogramm des Bundesverkehrsministeriums kann hier Chancen eröffnen“, erklärt BDB-Geschäftsführer Jens Schwanen.
„Mit dem Förderprogramm setzt die Bundesregierung ein wichtiges Signal für den Markthochlauf von Wasserstoff in der Binnenschifffahrt. Entscheidend ist, dass der Aufbau der Infrastruktur an den Wasserstraßen von Anfang an mitgedacht wird. Wasserstofftankstellen, Speicher und Erzeugungsanlagen entlang der Logistikkorridore schaffen nicht nur die Grundlage für den emissionsfreien Schiffsverkehr, sondern können zugleich als Ankerpunkte für die regionale Wasserstoffwirtschaft dienen. So entstehen Synergien zwischen Häfen, Industrie, Logistik und Energieversorgung. Jetzt kommt es darauf an, die Projekte zügig umzusetzen und die Förderinstrumente perspektivisch auch für kleinere Unternehmen und weitere Anwendungsfälle zugänglich zu machen“, sagt Friederike Lassen, Vorständin des Deutschen Wasserstoff-Verbands (DWV).
Gefördert werden sowohl schiffseitige als auch landseitige Maßnahmen, die zu einem Aufbau von Korridoren führen, in denen emissionsfreie und emissionsarme Binnenschiffe regelmäßig Gütertransporte durchführen. Neben rein elektrischen Antrieben erfüllen insbesondere auch mit grünem Wasserstoff angetriebene Schiffe die Kriterien eines emissionsfreien Schiffs. Die neue Förderrichtlinie nimmt hierbei auch die Uferseite in den Fokus: Bezuschusst werden z.B. der Bau, die Modernisierung oder die Erweiterung von Ladeinfrastrukturen oder Tankinfrastrukturen, die Errichtung von Erzeugungsanlagen oder Investitionen in stationäre oder mobile Einheiten zur Speicherung von erneuerbarem Strom oder Wasserstoff.
Gleichwohl hätte sich der BDB eine offenere Ausgestaltung der Förderkulisse, die das seit Jahren gut nachgefragte Flottenmodernisierungsprogramm ergänzt, gewünscht: „Da nur gemeinsame Korridorprojekte gefördert werden können und keine Einzelmaßnahmen am Schiff, dürfte das Programm eher für große Reedereien interessant sein, die im Verbund mit weiteren Partnern, z.B. Hafenbetreibern und weiteren Logistikpartnern, Schifffahrtskorridore aufbauen möchten. Für kleine Unternehmen und Partikuliere sind die Zugangshürden sehr hoch. Schade ist auch, dass Personenschifffahrtsunternehmen keine Anträge im Rahmen von Verkehrsverlagerungsprojekten auf die Wasserstraßen stellen können. Dies bleibt Anbietern vorbehalten, die dem ÖPNV angeschlossen sind. Dabei hat sich die „Weiße Flotte“ in den vergangenen Jahren besonders innovativ gezeigt“, betont Jens Schwanen.
Bildunterschrift:
Die für die Versorgung der Industrie unverzichtbare Binnenschifffahrt hat schon heute eine sehr gute Umweltbilanz. Das neue Förderprogramm kann Chancen für eine bessere Verfügbarkeit von alternativen Kraftstoffen wie Wasserstoff entlang der Wasserstraßen eröffnen.
Das Copyright des Fotos liegt bei der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW)
Ihre Ansprechpartner für Rückfragen:
| Bundesverband der Deutschen
Binnenschifffahrt e.V. (BDB) Dammstraße 26, 47119 Duisburg Jens Schwanen Tel.: 0203 80006-50 E-Mail: presse@Binnenschiff.de Internet: www.Binnenschiff.de
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Deutscher Wasserstoff-
Verband (DWV) e.V. Robert-Koch-Platz 4, 10115 Berlin Sebastian Kobbelt Tel.: 030 6295948-2 E-Mail: kobbelt@dwv-info.de Internet: www.dwv-info.de |
Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V.
Der 1974 gegründete Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) setzt sich für die verkehrs- und gewerbepolitischen Interessen der Unternehmer in der Güter- und Fahrgastschifffahrt gegenüber Politik, Verwaltung und sonstigen Institutionen ein. Der Verband mit Sitz in Duisburg und Repräsentanz in Berlin vertritt seine Mitglieder außerdem in sämtlichen arbeits- und sozialrechtlichen sowie bildungspolitischen Angelegenheiten und ist Tarifvertragspartner der Gewerkschaft Verdi. Er ist Gründungsmitglied des Europäischen Schifffahrtsverbandes EBU. Mitglieder des BDB sind Reedereien, Genossenschaften und Partikuliere, nationale und internationale See- und Binnenhäfen, wissenschaftliche Einrichtungen, Verbände sowie gewerbenahe Dienstleistungsunternehmen. Mit dem Schulschiff „Rhein“ betreibt der BDB eine europaweit einzigartige Aus- und Weiterbildungseinrichtung für das Schifffahrts- und Hafengewerbe.
Der Deutsche Wasserstoff-Verband (DWV) e.V.
Der Deutsche Wasserstoff-Verband (DWV) e.V. ist der nationale Verband der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland. Er vertritt Unternehmen, Institutionen und persönliche Mitglieder entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette und setzt sich für verlässliche Rahmenbedingungen für den Markthochlauf von Wasserstofftechnologien ein.



