BDB begrüßt NIWIS – Neues umfassendes Portal mit Informationen zum Niedrigwasser

Bundesumweltminister Carsten Schneider und Dirk Schwardmann, Präsident der Bundesanstalt für Gewässerkunde, haben heute das neue Internetportal NIWIS vorgestellt, das umfassende und auch für Laien verständliche Informationen zum Niedrigwasser im gesamten Bundesgebiet enthält. Es ist über die Adresse https://niwis-online.de zu erreichen und stellt eine wertvolle Ergänzung zu ELWIS dar, dem elektronischen Wasserstraßen-Informationsservice der deutschen Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV).

„Wir freuen uns, dass mit NIWIS ein vereinheitlichtes internetbasiertes Tool geschaffen wurde, das nicht nur für die Schifffahrt und deren Kunden, sondern auch für die Kommunen und die Bevölkerung Zusammenhänge erklärt, aktuelle Zahlen liefert und sämtliche wichtigen Verknüpfungen wie etwa zu den Pegelständen und zur mehrwöchigen Pegelstandsvorhersage enthält. Gerade die längerfristige Prognose zur Entwicklung der Pegelstände ist für die vorausschauende Planung bei Schifffahrt, Wirtschaft und Industrie sehr wichtig. Sie ist ein Arbeitsergebnis des „Aktionsplans Niedrigwasser Rhein“, also der von Bundesverkehrsministerium und Wirtschaft verabschiedeten Strategie, um den Güterverkehr auf dem Rhein bei extremem Niedrigwasser zuverlässiger und planbarer zu machen“, sagt BDB-Geschäftsführer Jens Schwanen.

Eine Vielzahl von Fragen, die Journalisten zurzeit zum Niedrigwasser an den BDB richten, werden hier beantwortet. Niedrigwasser stellt auch in diesem Sommer an vielen Flüssen ein Hindernis für die Güter- und Fahrgastschifffahrt in Deutschland dar. Weniger Wasser in den Flüssen führt zu flacheren Fahrrinnen, was bedeutet, dass die Schiffe weniger Ladung transportieren können. Das führt zu logistischen Herausforderungen, Mehrkosten bei allen Beteiligten und manchmal auch zu Versorgungsengpässen.

Die Auswirkungen sind jedoch aktuell regional sehr unterschiedlich, was durch die grafische Darstellung bei NIWIS deutlich wird: Während der Süden und Westen sehr trocken sind, gab es im Norden Niederschläge. Außerdem gibt es wichtige Unterscheidungen bei den einzelnen Flüssen und Kanälen, was in den FAQ von NIWIS gut beschrieben wird:

Niedrige Wasserstände treten vor allem an freifließenden Flüssen oder Flussabschnitten auf, weil dort die Wasserstände nicht durch Aufstau beeinflusst werden können, etwa am Rhein. In staugeregelten Flüssen, z. B. Mosel, Neckar oder Main und in künstlichen Kanälen wird der Wasserstand durch Wehre und Schleusen in sogenannten Stauhaltungen konstant bzw. stabil gehalten. In einigen Bereichen können die Wasserstände zusätzlich über Pumpwerke zudem gezielt stabilisiert werden, etwa im westdeutschen Kanalnetz. Dadurch bleibt der Wasserstand in diesen Gewässern auch bei ausgeprägten Trockenperioden weitgehend unverändert. Für die Schifffahrt bedeutet dies, dass niedrige Wasserstände auf solchen Wasserstraßen oft erst spät oder gar nicht auftreten.

 

Bildunterschrift:

Bei Niedrigwasser (wie hier im Bereich des Jungferngrunds am Mittelrhein) sind Informationen, insbesondere Prognosen zu den Wasserständen, für die vorausschauende Planung bei Schifffahrt, Wirtschaft und Industrie unverzichtbar. Das neue Internetportal NIWIS macht diese gebündelt zugänglich.

Foto-Copyright: BAW

 

Über den BDB e.V.:

Der 1974 gegründete Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) setzt sich für die verkehrs- und gewerbepolitischen Interessen der Unternehmer in der Güter- und Fahrgastschifffahrt gegenüber Politik, Verwaltung und sonstigen Institutionen ein. Der Verband mit Sitz in Duisburg und Repräsentanz in Berlin vertritt seine Mitglieder außerdem in sämtlichen arbeits- und sozialrechtlichen sowie bildungspolitischen Angelegenheiten und ist Tarifvertragspartner der Gewerkschaft Verdi. Er ist Gründungsmitglied des Europäischen Schifffahrtsverbandes EBU. Mitglieder des BDB sind Reedereien, Genossenschaften und Partikuliere, nationale und internationale See- und Binnenhäfen, wissenschaftliche Einrichtungen, Verbände sowie gewerbenahe Dienstleistungsunternehmen. Mit dem Schulschiff „Rhein“ betreibt der BDB eine europaweit einzigartige Aus- und Weiterbildungseinrichtung für das Schifffahrts- und Hafengewerbe.